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Juan Guaidó klagt an: "Während wir reden, werden Menschen gefoltert"

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Juan Guaidó klagt an: "Während wir reden, werden Menschen gefoltert"
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Der venezolanische Oppositionschef Juan Guaidó hat zum Boykott der für Dezember angesetzten Parlamentswahl aufgerufen.

Diese ist seiner Ansicht nach eine Farce der Diktatur, wie er das Regime unter Nicolas Maduro bezeichnet. Die Opposition scheint seinem Boykottaufruf zu folgen, riskiert allerdings den Verlust der einzigen von ihr kontrollierten staatliche Institution in Venezuela.

Über den Boykott und die Verfolgung politischer Gegner in Venezuela sprach Euronews mit Juan Guaidó.

Ana Buil, Euronews: "Was schlagen Sie vor, um zu verhindern, dass die Opposition die Kontrolle über das Parlament verliert?"

Juan Guaidó: "Die von der Diktatur für den 6. Dezember angesetzte Wahl wird sowohl auf diplomatischer als auch internationaler und politischer Ebene angefochten. Sie wird von der Europäischen Union nicht anerkannt, ebenso wenig von der Organisation Amerikanischer Staaten sowie von 27 bis 37 Parteien, also der Gesamtheit der Parteien, die in Venezuela eine demokratische Alternative darstellen.

Die Absicht der Diktatur besteht darin, die legislative Macht an sich zu reißen, wie sie es mit der nationalen verfassungsgebenden Versammlung versucht hat. Unsere Aufgabe ist es, eine politische Lösung für den Konflikt, den Venezuela erlebt, zu erreichen."

"Schneller Leben retten"

Ein Bericht der UN-Untersuchungskommission macht Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro persönlich für zahlreiche Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantwortlich, unter anderem willkürliche Tötungen und Folter. Auf die Frage, ob er Maduro auf der Anklagebank des Internationalen Strafgerichtshofs sehen möchte, antwortet Guaidó, dass universelle Gerechtigkeit einer der Mechanismen zur Beendigung der Diktatur sei. Er wünschte, er könnte schneller Leben retten.

Juan Guaidó: "Dieser UNO-Bericht, der Nicolas Maduro Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorwirft, stammt nicht aus der Zeit eines früheren Regimes. Das Tragische ist, dass es jetzt passiert. Während wir hier reden, werden in den Gefängnissen der Generaldirektion des militärischen Nachrichtendienstes Menschen gefoltert. Es gibt Militärgefangene, denen Stromstöße in die Genitalien versetzt wurden, es gibt Frauen, die im Gefängnis zu Abtreibungen gezwungen wurden, und es gibt politische Morde derzeit in Venezuela."