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Ermittlungsbericht: Maduro für Folter verantwortlich

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Nicolás Maduro (Archivaufnahme)
Nicolás Maduro (Archivaufnahme)   -   Copyright  AFP PHOTO / VENEZUELAN PRESIDENCY / MARCELO GARCIA
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Die Vereinten Nationen werfen Venezuelas Präsident Nicolás Maduro eine unmittelbare Verantwortung für Menschenrechtsverletzungen in dem südamerikanischen Land vor. Eine UNO-Ermittlungsgruppe befragte 274 Personen, darunter Oppositionelle, Gewaltopfer und Zeugen sowie frühere Staatsbedienstete und wertete zahlreiche Dokumente aus.

Der gesamte Bericht in spanischer und englischer Sprache zum Nachlesen.

Ernsthafte Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das Völkerrecht
Marta Valiñas
Leiterin der Ermittlungsgruppe

Marta Valiñas, die Leiterin der Ermittlungsgruppe, sagte: „Unsere Schlussfolgerungen sind eindeutig: Auf der Grundlage der gewonnenen Erkenntnisse kommt die Ermittlungsgruppe zur begründeten Annahme, dass es in Venezuela ernsthafte Menschenrechtsverletzungen und Verstöße gegen das Völkerrecht in Zusammenhang mit Demonstrationen, gezielter politischer Unterdrückung und Einsätzen der Sicherheitskräfte gegeben hat."

Gewalthandlungen, bei denen es sich nicht um vereinzelte Taten gehandelt habe, seien mit dem Wissen oder der Hilfe von Offizieren und hohen Beamten begangen worden, heißt es in dem Bericht der Ermittlungsgruppe. „Die Foltermethoden umfassten unter anderem schwere Schläge, psychologische Folter wie angedrohtes Erschießen, Scheinhinrichtungen, angedrohte Hinrichtungen von Familienmitgliedern, sexuelle Übergriffe, Vergewaltigung, angedrohte Vergewaltigung und Stromschläge“, so Paul Seils, Mitglied der Ermittlungsgruppe.

Venezuelas Außenminister Jorge Arreaza bezeichnete den Bericht als „von Unwahrheiten durchzogen". Dem Bericht fehle es an methodischer Genauigkeit. Die Ermittlungsgruppe werde von Regierungen bestimmt, die sich Washington untergeordnet hätten, so Arreaza. US-Präsident Donald Trump erkannte im Januar 2019 Maduros Gegenspieler Juan Guaido als Interimspräsidenten Venezuelas an und sprach von einem „unrechtmäßigen Maduro-Regime".