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Schutz von LGBT-Rechten in Europa - aber nicht in Polen

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Schutz von LGBT-Rechten in Europa - aber nicht in Polen
Copyright  Alik Keplicz/AP
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Aiden ist 27 Jahre alt und ein Transgender-Mann aus der ostbelgischen Stadt Hasselt.

Selbst im politisch liberalen Belgien hätten dort Transgender-Personen noch immer mit Diskriminierung zu kämpfen, sagt er.

Er höre von vielen Leuten, die ihre Jobs verlören oder keine Wohnung mieten oder kaufen könnten, sobald ihre sexuelle Orientierung bekannt werde, meint Aiden.

Natürlich gebe es Anti-Diskriminierungsgesetze in Belgien, aber niemand sage, "ja, du hast das aus diesem Grund nicht bekommen".

Nicht weniger als 43 Prozent der LGBT-Gemeinde in Europa sagt laut einer Studie, dass sie diskriminiert würden.

Seit seinem Coming out vor sieben Jahren ist Aiden ein aktiver Unterstützer von Transgender-Menschen.

Vor allem sei er mit LGBT-Personen in Polen solidarisch.

Das Land wurde zum Zentrum des Kampfes um Grundrechte in der EU, nachdem sich in Polen zahlreiche Regionen zu LGBT-freien Zonen erklärt hatten.

Ein Schritt, der von der Kommissionspräsidentin in ihrer jährlichen Grundsatzrede aufs schärfste verurteilt wurde.

Eine eigene Identität zu haben sei keine Ideologie, niemand könne sie einem wegnehmen. In aller Klarheit: LGBT-freie Zonen seien Menschlichkeits-freie Zonen, so Ursula von der Leyen.

Eine Petition mit mehr als einer Viertel Million Unterschriften forderte die Gleichstellungskommissarin auf, die Grundrechte in Polen besser zu schützen.

Aber auch in Hasselt bestehen die Betroffenen darauf, dass der Kampf für gleiche Rechte weitergehen müsse.

Die Rechte, die man jetzt habe, gebe es nicht für immer, so Leopold Lindelauff vom Limburg Rainbow House.

Es sei möglich, dass sich diese änderten. Er sehe zwar keine Entwicklung in Belgien wie in Polen, aber man müsse wachsam sein.

Menschen wie Aiden wollen, dass Europa Stellung bezieht. Doch die EU hat nur begrenzte Macht, was den Schutz von Grundrechten in Mitgliedsstaaten angeht.

Wenn Europa nur erklärte, dass alle Staaten die Regeln zu beachten hätten und dass dazu auch LGBT-Rechte gehörten, würde das schon viel helfen, sagt Aiden.

LGBT-Gruppen wollen die Kommissionspräsidentin beim Wort nehmen, dass jeder sein Leben frei nach seiner Façon leben kann.