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Polen demonstrieren für und gegen sexuelle Minderheitenrechte

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Polen demonstrieren für und gegen sexuelle Minderheitenrechte
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An diesem Wochenende standen sich in Warschau Befürworter und Gegner weitreichenderer Rechte für sexuelle Minderheiten direkt gegenüber.

"Keine Normabweichung", war der Leitspruch jener Demonstranten, die gegen eine völlige Gleichstellung auf die Straße gegangen waren, darunter auch Abtreibungsgegner. Man wolle eine Gesetzesinitiative gegen "Schwulen-Propaganda" auf den Weg bringen, so die Pro-Life-Aktivistin Kaja Godek. Von einer kleinen Bühne herab richtete sie sich an die LGBT-Gegner:

"Ich habe schlechte Nachrichten für diese Leute, aber gute Nachrichten für Polen. Wir starten eine Bürgerpetition, damit das polnische Parlament ein Gesetz zum Verbot von Schwulendemos verabschiedet. Keine Schwulenpropaganda mehr auf polnischen Straßen."

"Auf der Straße machen sich Nazis breit"

Auf der anderen Seite, getrennt durch eine Polizeikette, protestierten Gegendemonstranten mit Anarchisten- und Regenbogenfahnen und Sprüchen wie "Wir sind das Volk" und "Sexuelle Orientierung ist keine Wahl, Homophobie jedoch schon."

Der neunzehnjährige LGBT-Aktivist Jakub sagte: "In diesem europäischen Land (Polen), machen sich Nazis auf den Straßen breit und singen homophobe Slogans, die es heutzutage nicht mehr geben sollte. Hier werden sie offenbar beschützt und können tun, was sie wollen."

Im Vorfeld der polnischen Präsidentschaftswahl im Juli hatte der konservative Kandidat und Wahlgewinner, Andrzej Duda, das Eintreten für mehr Rechte für sexuelle Minderheiten als "Neo-Bolschewismus" bezeichnet.

Angehörige sexueller Minderheiten sehen sich in Polen Anfeindungen ausgesetzt.