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Neapel: Kunst bringt Leben

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Neapel: Kunst bringt Leben
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Ist Kunst nur etwas fürs Museum? Der italienische Bildhauer Jago hat schon lange vor den Coronavirus-Einschränkungen seine Skulpturen zu den Menschen gebracht. Und zwar konkret zu denen, die im Arbeiterviertel Sanita in Neapel wohnen. Eine alte, nicht mehr genutzte Kirche dient Jago als Atelier. Hier schafft er seine international berühmten Skulpturen.

“Wenn ich ein solches Kunstwerk wie "The Veiled Son" - ("Der verschleierte Sohn") - in ein Viertel bringe, wird es zu mehr als nur zu einer Skulptur. Es verändert die Dynamik einer Gesellschaft. Darin liegt die Kraft der Kunst. So werden Orte lebendig. Kunst kann das, sie kann Leben bringen. Die Werke und die Orte werden zu etwas Heiligem."

Die Menschen kommen hinein in die Kirche und wollen Jago bei der Arbeit sehen, und seine Kunst. Ein Viertel, das für Armut und Kriminalität bekannt ist, verwandelt sich.

Jago meint: “Ein Künstler kann seine Werke von Museen ausstellen lassen, wenn diese finden, dass es sich um Kunst handelt. Aber den wahren Wert meiner Kunst sehe ich nur, wenn ich sie dort aufstelle, wo vorher keiner hinkam. Wenn ich da Menschen hinbringe, verändere ich etwas. Das bedeutet Bildhauerei für mich, das bedeutet Kunst."

Der Kirche in Neapel ist so wieder ein Zweck gegeben worden.

Katakomben von Neapel

Ähnliches hat sich mit den Katakomben von San Gennaro - ebenfalls in Neapel - ereignet.

12.000 Quadratmeter, unterirdisch. im Norden der Metropole Neapel: Das sind die Katakomben von San Gennaro aus frühchristlicher Zeit. Heute können sie besichtigt werden, und sie geben Dutzenden Menschen eine Arbeit. Mit der Hilfe von Investoren gelang es, die Katakomben zu einer Sehenswürdigkeit Neapels zu machen.

Enzo Porzio von der Kooperative La Paranza erklärt: “Im Jahr 2008 haben wir mit diesem Projekt begonnen. Zuerst waren wir nur 5 junge Verrückte, jetzt arbeiten hier 40 junge Menschen. Wir haben eine Arbeit und verdienen Geld mit Kunst, Kultur und Schönheit."

Bis zu 160.000 Besucher pro Jahr haben die Katakomben in Neapel schon erlebt. Und all das begann mit dem Idealismus von fünf jungen Freiwilligen.