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Berg-Karabach: Sorge vor Teilnahme islamistischer Kämpfer wächst

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Berg-Karabach: Sorge vor Teilnahme islamistischer Kämpfer wächst
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Blutvergießen geht weiter

In der Unruheregion Berg-Karabach im Südkaukasus geht das Blutvergießen weiter. Ein Ende der Kämpfe ist nicht in Sicht, weder Aserbaidschan noch Armenien zeigen sich bereit, einzulenken.

Aserbaidschans Verteidigungsministerium teilte mit, die "zielgerichtete und konsequente Zerstörung feindlicher Streitkräfte" werde fortgesetzt.

Armenien wiederum beschuldigte auf Anfrage von Euronews die Türkei, die aktuelle Gewalteskalation anzufachen. Der Besuch des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu in Aserbaidschan diene genau diesem Zweck.

Die Türkei steht auf der Seite Aserbaidschans. Armenien sieht dagegen Russland als Schutzmacht. Der Konflikt dauert seit Jahrzehnten an. Vergangene Woche war er wieder eskaliert.

Beide Seiten schieben sich gegenseitig die Schuld zu. Mehrere Hundert Menschen wurden bereits getötet, darunter Dutzende Zivilisten.

Die international nicht anerkannte Republik Berg-Karabach liegt innerhalb des überwiegend muslimischen Aserbaidschans, wird aber mehrheitlich von christlichen Armeniern bewohnt.

Islamistische Kämpfer aus Syrien und Libyen mischen womöglich mit

International wächst die Sorge, dass islamistische Kämpfer aus den Kriegsgebieten Syrien und Libyen mit Kämpfen in Berg-Karabach mitmischen und hier Geld verdienen könnten.

Diese Informationen lägen auch dem russischen Auslandsgeheimdienst vor, sagte dessen Chef Sergej Naryschkin der Nachrichtenagentur Interfax zufolge. Er sprach von Hunderten, wenn nicht gar Tausenden Kämpfern. Sie könnten von dort aus auch in andere Länder gelangen, darunter Russland, meinte er.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad bezichtigte in einem Interview mit der russischen Staatsagentur Ria Nowosti die Türkei, für den Einsatz von Söldnern in Berg-Karabach verantwortlich zu sein. Ähnlich hatte sich zuvor schon Armenien geäußert. Er wolle damit die Aufmerksamkeit der Türken von Problemen innerhalb des Landes ablenken, meinte Assad.

In Syrien herrscht seit Jahren ein Bürgerkrieg. Russland steht auf der Seite Syriens. Die Türkei unterstützt in Syrien verschiedene Rebellengruppen.

Schon der französische Präsident Emmanuel Macron hat vor dem Einsatz islamistischer Söldner auf aserbaidschanischer Seite gewarnt. Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan warf der Türkei vor, Tausende Söldner aus Syrien und Libyen in den Südkaukasus verlagert zu haben. Aserbaidschan und die Türkei bestreiten die Vorwürfe.