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Frankreich: Muslime distanzieren sich von Terrorakt

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Frankreich: Muslime distanzieren sich von Terrorakt
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Drei Tage nach der Enthauptung eines Lehrers bei Paris, steht Frankreich immer noch unter Schock. Vor der Schule, wo Samuel Paty unterrichtete, versammelten sich viele Menschen, um Blumen niederzulegen.

Auch Vertreter des muslimischen Glaubens waren gekommen, um ihre Trauer zu bekunden. Der Imam des Pariser Vororts Drancy, Hassen Chalghoumi, erklärte, dass er von der muslimischen Gemeinschaft jetzt Solidarität erwarte.

Ich würde mir wünschen, dass Tausende Muslime, die in Frankreich leben, Kerzen anzünden und mit diesen Familien zusammen weinen. Hier wurde auf offener Straße ein Mann enthauptet, in Paris. Nicht in Bagdad. Wenn wir jetzt nicht aufwachen, weiß ich nicht, was noch passieren muss, bis wir aufwachen. Die muslimische Gemeinschaft, die Vorsitzenden der Moscheen, die Imame, die Eltern: Wacht auf!
Hassen Chalghoumi
Imam, Moschee in Drancy

Die Vorsitzende der rechtsextremen Partei Rassemblement National, Marine Le Pen, bezeichnete die Tat als "Barbarei" und warf Präsident Emmanuel Macron vor, tatenlos zuzusehen.

Am 16. Oktober hat diese ungeheuerliche Tat Frankreich wachgerüttelt. Aber diese Bedrohung ist nicht neu, sie lauert schon seit Jahrzehnten. Prinziplose Regierungen haben tatenlos zugesehen, wie diese Bedrohung in unser Land gekommen, und sich dann in der ganzen Gesellschaft, bis in die letzten Ecken, ausgebreitet hat.
Marine Le Pen
Rassemblement National-Vorsitzende

Laut der Nachrichtenagentur AFP nahmen Anti-Terror-Ermittler bislang 15 Menschen in Gewahrsam. Unter ihnen waren auch vier Schüler.

Wie die Tageszeitung "Le Monde" berichtet, habe sich der Tatverdächtige vor der Schule aufgehalten, um gegen Geld Informationen über den Lehrer zu bekommen.