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Biodiversität in unserer Hand: britische Tierwelt ziert bald Banknoten

Im Sommer stimmt die Bevölkerung darüber ab, welche Tiere und Pflanzen auf den neuen Banknoten erscheinen sollen.
Im Sommer entscheiden die Bürger per Abstimmung, welche Tiere und Pflanzen die neuen Geldscheine zieren sollen. Copyright  Canva
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Von Angela Symons
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Über 26 000 Menschen stimmten dafür, Motive aus der Natur auf britische Geldscheine zu bringen.

Historische Persönlichkeiten wie Winston Churchill sollen auf britischen Banknoten bald einheimischer Tierwelt weichen.

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In einer öffentlichen Befragung der Bank of England setzte sich das Thema Natur durch. Welche konkreten Pflanzen und Tiere die Scheine zieren, entscheidet eine Abstimmung später im Jahr.

Natur ist mehr als bloße Kulisse. Sie ist der lebendige Faden, der unsere Landschaften, unsere Geschichte und unsere Zukunft miteinander verknüpft“, sagt der schottische Tierfilmer Gordon Buchanan, der einem Expertengremium zur Motivwahl angehört. „Die Natur zu schützen heißt, den leisen, widerstandsfähigen Herzschlag des Landes selbst zu bewahren.“

Die neuen Scheine könnten nicht nur den Naturschutz beflügeln. Sie sollen zugleich die Wirtschaft besser absichern.

„Der wichtigste Grund für eine neue Banknotenserie ist stets, Fälschern das Handwerk zu legen“, sagt Victoria Cleland, Chefkassiererin der Bank of England.

„Aus Sicht der Sicherheitsmerkmale ist Natur ein hervorragendes Motiv“, ergänzt sie, denn es ermögliche Details, die die Öffentlichkeit leicht erkennen und unterscheiden kann.

Eine Abstimmung später im Jahr entscheidet, welche Tiere und Pflanzen die neuen Banknoten zeigen.
Eine Abstimmung später im Jahr entscheidet, welche Tiere und Pflanzen die neuen Banknoten zeigen. Canva

Britische Tierwelt auf Banknoten: symbolische Würdigung überfällig und bedeutsam

Beim öffentlichen Konsultationsprozess im Juli 2025 lag das Thema Natur vorn: Von 44.000 Teilnehmenden stimmten 60 Prozent dafür.

Sie ersetzt die bisherigen historischen Persönlichkeiten auf der Rückseite der Banknoten, darunter die Schriftstellerin Jane Austen, der Maler JMW Turner und der Wissenschaftler Alan Turing sowie der Premierminister aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

„Das zeigt eindrucksvoll, wie stark sich Menschen der britischen Tierwelt verbunden fühlen und wie sehr sie sie schätzen“, sagt Ali Fisher, Gründerin und Direktorin der Nachhaltigkeitsberatung Plans with Purpose. „Es ist eine wunderbare Gelegenheit, die Biodiversität im wahrsten Sinne des Wortes in alle Hände zu legen.“

Auf Platz zwei landete das Thema Architektur und Sehenswürdigkeiten mit 56 Prozent. Dahinter folgten Bedeutende historische Persönlichkeiten (38 Prozent), Kunst, Kultur und Sport (30 Prozent), Innovation (23 Prozent) sowie Wichtige Meilensteine (19 Prozent).

„Die Tierwelt des Vereinigten Königreichs steht nicht außerhalb unserer Kultur. Sie steckt in unseren Fußballwappen, in unserer Folklore, an unseren Küsten und in unseren Kindheiten“, sagt der Naturmoderator und Aktivist Nadeem Perera, ebenfalls Mitglied des Gremiums. „Ihr auf etwas so Symbolischem wie unserer Währung Raum zu geben, ist längst überfällig und von großer Bedeutung.“

Die RSPA hat gefordert, dass Großbritanniens „am wenigsten geliebte“ Wildtiere – etwa Tauben, Möwen und Füchse – auf den neuen Banknoten erscheinen. Die Wohltätigkeitsorganisation hofft, so das Bild „missverstandener“ Tiere zu verändern und den Wert aller Wildtiere sichtbar zu machen.

„Was ist mit den Tauben, die seit Tausenden von Jahren unsere Freunde sind, oder mit Ratten, mit ihrem erstaunlichen Gedächtnis, oder sogar mit Möwen, mit ihrem erstaunlichen Maß an Intelligenz?“, sagt Geoff Edmond, Wildtierexperte bei der RSPCA. „Sie alle sind faszinierende Wildtiere – und verdienen ebenfalls Anerkennung.“

Norwegens Kronenserie zeigt Motive des Meeres.
Norwegens Kronenserie zeigt Motive des Meeres. Canva

Von Norwegen bis zur Schweiz: welche europäischen Länder Natur auf ihren Banknoten zeigen

Die Bank of England ist in Europa nicht die erste, die der Natur einen Platz auf ihren Banknoten einräumt. Schottische Scheine zeigen schon heute Tiere wie Makrelen, Otter und rote Eichhörnchen.

Norwegens jüngste Kronenserie feiert die lange Küste des Landes: Wellenmotive sowie Kabeljau und Hering schmücken die Scheine.

Die Schweiz verabschiedet sich seit 2016 schrittweise von Porträts berühmter Persönlichkeiten auf ihren Banknoten. In der Serie „Die vielen Facetten der Schweiz“ stehen Wind, Wasser und Licht im Mittelpunkt. Schmetterlinge, die Alpen und Pusteblumensamen zieren inzwischen die Währung. In den 2030er-Jahren ist eine neue Serie geplant, die einheimische Pflanzen und Alpenlandschaften noch stärker in den Mittelpunkt stellt.

Auch auf künftigen Euro-Banknoten könnte Natur die bisherige Architektur ersetzen. Die Europäische Zentralbank erwägt Entwürfe mit Vögeln und Flüssen aus ganz Europa.

Nach einem Wettbewerb, bei dem EU-Designerinnen und -Designer im Jahr 2025 Vorschläge einreichen konnten, stehen zwei Themen in der Endrunde: „Flüsse und Vögel: Stärke in der Vielfalt“ und „Europäische Kultur: gemeinsame kulturelle Räume“. Eine endgültige Entscheidung wird 2026 erwartet.

„In einer Zeit der Lebenshaltungs-, Klima- und Naturkrise sind solche kleinen kulturellen Veränderungen wichtig“, sagt Fisher. „Sie helfen, die Vorstellung zu verankern, dass unsere natürliche Umwelt es wert ist, gefeiert und geschützt zu werden – und dass in sie investiert wird.“

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