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Papst für gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft: "Phänomenale Aussage"

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Papst Franziskus (Archivfoto)
Papst Franziskus (Archivfoto)   -   Copyright  Gregorio Borgia/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Als erstes Oberhaupt der katholischen Kirche hat sich Papst Franziskus für einen gesetzlichen Schutz von homosexuellen Lebensgemeinschaften stark gemacht.

Das hat teilweise zu Irritationen unter konservativen Katholiken geführt, aber auch zu positiven Reaktionen homosexueller Katholiken.

Im Dokumentarfilm "Francesco" sagte der Papst: Homosexuelle hätten das Recht, in einer Familie zu sein. Man müsse ein Gesetz für zivile Partnerschaften schaffen, damit sie rechtlich abgesichert seien.

Der Film "Francesco" hat gerade auf dem Filmfestival von Rom Premiere gefeiert. Er geht auf Themen ein, die Franziskus am meisten am Herzen liegen: Umwelt, Armut, Migration, Rassen- und Einkommensungleichheiten, und die am stärksten von Diskriminierung betroffenen Menschen.

"Phänomenale Aussage"

Katholische LGBTQIA+-Organisationen begrüßten die Kommentare des Papstes. Francis DeBernardo ist Exekutivdirektor der Organisation "New Ways Ministry": "Ich denke, es ist eine phänomenale Antwort, eine phänomenale Aussage, die er gemacht hat. Eine Aussage eines Papstes, mit der ich in den kommenden Generationen nicht gerechnet hätte. Indem er sich für zivile Partnerschaften ausgesprochen hat, hat er die Diskussion in der Kirche über LGBT-Themen wirklich verändert."

"Schlechtes Beispiel für Kinder"

In Mexiko, dass weltweit eines der Länder mit dem größten Anteil an katholischen Einwohnern ist, stießen die Papst-Kommentare auf ein geteiltes Echo.

Die Katholikin Rosa López sagte: "Homosexuelle Ehen zerbrechen die Gesellschaft und sind vor allem für Kinder ein schlechtes Beispiel."

Der mexikanische LGBTQIA+-Aktivist Raúl Caporal Montes ist der Direktor des "Diversity and incidence research centre": "Wir haben keine Anerkennung von der Kirche erwartet, sondern eher, dass sie sich enthält und uns unseren Kampf führen lässt."

Vorgänger von Franziskus, darunter Benedikt XVI. und Johannes Paul II., hatten während ihrer Amtszeiten gleichgeschlechtliche Ehen verurteilt.

Papst Franziskus hatte in der Vergangenheit öfters betont, Homosexuelle dürften wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht diskriminiert werden.