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Tschechien: "Wir sind doch nicht im Krieg"

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Tschechien: "Wir sind doch nicht im Krieg"
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In Tschechien hadern viele Menschen mit den Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung. Nach einer exponentiellen Zunahme an Infizierten waren Ausgangsbeschränkungen und eine nächtliche Ausgangssperre verhängt worden. In Prag demonstrierten Hunderte, die Polizei versuchte, sie in kleinere Grüppchen einzuteilen. Sie sind gegen Maskenpflicht und Lockdown.

David Tesar hat diese Demonstration in Prag organisiert und meint:

“Wir leben doch nicht im Kriegszustand. Der Lockdown ist sinnlos und macht die Wirtschaft kaputt."

Seit Beginn der Pandemie starben in Tschechien, einem Land mit 10 Millionen Einwohnern, fast 3000 Menschen an Covid-19.

Vlasta Sensalova hat Angst um ihren Arbeitsplatz:

“Wir wollen leben, wir wollen arbeiten. Was ist, wenn wir jetzt unseren Job verlieren. Der Regierung ist das doch egal."

Binnen 14 Tagen steckten sich statistisch 1481 Menschen je 100.000 Einwohner an. Das war der zweithöchste Wert innerhalb der EU nach Belgien.

Jeder sollte von sich aus in Lockdown

Professor Petr Arenberger, Chefarzt an der Kralovske-Vinohrady-Universitätsklinik in Prag, kann die Demonstranten nicht verstehen. Eigentlich, meint er, müsste angesichts der dramatischen Situation jeder von sich aus in einen privaten Lockdown gehen.

“Ich habe immer an die Menschen appelliert, (nicht auf die Regierung zu warten, sondern) sich selbst einen Lockdown aufzuerlegen, zuhause zu bleiben und die Aktivitäten einzuschränken."

Die Krankenhäuser sind voll. Alle nicht unbedingt notwendigen Operationen oder medizinische Behandlungen sind abgesagt worden.

Die tschechische Regierung will keinen kompletten Lockdown, steuert aber mit immer strenger werdenden Maßnahmen darauf zu. Die Zahl der Kranken in den nächsten Tagen wird entscheiden, ob es zu einem kompletten Lockdown kommt.