Bei einer großen regierungskritischen Demonstration in der albanischen Hauptstadt Tirana haben sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Es gab mehrere Verletzte und Festnahmen.
In der albanischen Hauptstadt Tirana ist es während einer großen regierungskritischen Demonstration zu Krawallen gekommen. Eine wütende Menschenmenge versammelte sich vor dem Parlament und lieferte sich Straßenschlachten mit der Polizei. Menschengruppen schleuderten Steine, Rauchbomben und Molotowcocktails.
Nach Angaben der Polizei wurden mindestens 16 Polizeibeamte verletzt und 13 Personen festgenommen. Zu der Kundgebung hatte der ehemalige Präsident und Ex-Ministerpräsident Sali Berisha aufgerufen, heute ein führender Oppositionspolitiker und historischer Rivale des derzeitigen Ministerpräsidenten Edi Rama.
Die Demonstranten trugen Plakate mit Slogans gegen die Regierung, die sie als "Einparteienstaat" bezeichneten und posteten Bilder des Ministerpräsidenten und des stellvertretenden Ministerpräsidenten, der der Korruption beschuldigt wird.
Sali Berisha berichtete, dass ein Abgeordneter seiner Partei verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden sei. Von Regierungsseite stellte Innenministerin Albana Kochiu die Vorfälle in Zusammenhang mit dem organisierten Verbrechen.
In den vergangenen Monaten war es schon mehrmals zu Protestkundgebungen und ähnlichen Ausschreitungen gekommen.
Die politische Debatte in Albanien ist seit Jahrzehnten von gegenseitigen Anschuldigungen wegen Korruption und Verbindungen zu kriminellen Netzwerken geprägt. Sali Berisha hat bereits zu einer weiteren Kundgebung am 20. Februar aufgerufen.