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Trier: Auto rast durch Fußgängerzone, fünf Tote, darunter ein Baby

Von Euronews
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Polizeiabsperrung nach Amokfahrt in Trier, 01.12.2020
Polizeiabsperrung nach Amokfahrt in Trier, 01.12.2020   -   Copyright  Harald Tittel/dpa via AP
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Baby unter den Toten

In Trier ist ein Autofahrer mit hoher Geschwindigkeit durch die Fußgängerzone in der Innenstadt gefahren und hat dabei fünf Menschen getötet und weitere verletzt. Laut der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, ist auch ein Kleinkind unter den Toten. Ein Baby sei am Dienstag aus dem Leben gerissen worden, sagte die SPD-Politikerin.

Eine tatverdächtige Person, offenbar der Fahrer des SUV mit Ortskennzeichen, ist laut der Polizei festgenommen worden. Bei ihm handelt es sich um einen 51-jährigen Deutschen aus dem Kreis Trier-Saarburg.

Mit seinem Wagen war der Mann von der Porta Nigra, einem Wahrzeichen der Stadt, durch die Simeonstraße gerast und hatte scheinbar wahllos Menschen angefahren. Augenzeugen hatten davon berichtet, dass Menschen regelrecht durch die Luft geschleudert wurden.

Polizei richtet Hinweisportal für Zeugen ein

Die Menschen wurden dazu aufgerufen, die Innenstadt zu meiden. Dort sichert die Polizei unterdessen Spuren. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe aber nicht mehr, wie der Sprecher des Polizeipräsidiums Trier, Karl-Peter Jochem, erklärte. Augenzeugen wurden gebeten, ihre Bilder und Videos auf einem speziellen Hinweisportal hochzuladen.

Im Internet kursierten Augenzeugen-Videos, die die Festnahme des SUV-Fahrers dokumentieren. Der Mann wurde von mehreren Beamten abgeführt und sträubte sich.

Die Behörden haben die Innenstadt weiträumig abgesperrt. Zahlreiche Rettungskräfte sind im Einsatz.

Die Todesfahrt hat breites Entsetzen ausgelöst. Regierungssprecher Steffen Seibert schrieb auf Twitter, "die Gedanken sind bei den Angehörigen der Todesopfer, bei den zahlreichen Verletzten und bei allen, die in diesem Moment im Einsatz sind, um die Betroffenen zu versorgen."

Die rheinland-pfälzischen CDU-Politiker Julia Klöckner und Christian Baldauf äußerten sich schockiert und betroffen. Sie seien erschüttert über die "Amokfahrt", teilten die CDU-Landeschefin und der CDU-Landtagsfraktionschef mit.

"Unsere Gedanken sind bei den Verletzten vor Ort. Wir trauern mit den Angehörigen der Toten", erklärten sie. "Wir danken den Helfern und Rettungskräften für ihre Arbeit. Jetzt gilt es die weiteren Ermittlungen abzuwarten."

Über das Motiv des Tatverdächtigen ist noch nichts bekannt. Hinweise auf einen politischen Hintergrund der Amokfahrt gebe es nach Behördenangaben aber keine.