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Valéry Giscard d'Estaing - großer Architekt Europas

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Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing
Helmut Schmidt und Valéry Giscard d'Estaing   -   Copyright  FRANZISKA KRAUFMANN/AFP   -   Euronews
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Selbst wenn er nicht einer der Väter der Europäischen Union war, so gehörte Valéry Giscard d'Estaing doch zu ihren großen Architekten. Der frühere französische Staatspräsident war ein großer BewundererJean Monnets. Geboren in Koblenz hatte Giscard stets den Blick auf den Nachbarn gerichtet, um die Kriegsfolgen zu überwinden und ein gemeinsames europäisches Projekt zu schaffen.

"Ich denke, er gehört zu den ganz großen europäischen Persönlichkeiten, die in der Nachkriegszeit die Vision einer gemeinsamen Zukunft der Völker Europas gehabt haben. Dabei sollte Deutschland nicht stranguliert werden, wie es nach dem Ersten Weltkrieg geschehen war, sondern Deutschland sollte die Hand ausgestreckt werden, um eine neue deutsche Europa-Politik mit neuen politischen Führern zu unterstützen", so die französische Liberale Fabienne Keller.

Nach seiner Wahl in den Elysée-Palast schuf Valéry Giscard d'Estaing gemeinsam mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Schimdt die Grundlagen des europäischen Währungssystems und des Euro. Giscard hinterließ auch wichtige Elemente der europäischen Institutionen.

"Es gibt vor allem zwei Hinterlassenschaften, denen wir ständig begegnen", sagt Eric Maurice von der Robert-Schuman-Stiftung. "Das eine ist der Europäische Rat, das heißt die regelmäßigen Gipfeltreffen. Es war Giscard, der diese mit Schmidt begründet hat. Und dann die Direktwahl des Europäischen Parlaments alle fünf Jahre. Erstmals geschah das auf Initiative Giscards 1979."

Allerdings erlebte Giscard auch eine bittere Niederlage, als 2005 das von ihm geführte Projekt einer europäischen Verfassung in zwei Volksabtimmungen abgelehnt wurde - eine davon in Frankreich. Die Grundprinzipien dieser Verfassung wurden dennoch zwei Jahre später im Vertrag von Lissabon verankert. Eine späte Genugtuung für Giscard, wenn auch der politische Schaden bis heute Wirkung zeigt.

Journalist • Stefan Grobe