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Telenovelas in Kolumbien: Wie zeigt man Leidenschaft in Corona-Zeiten?

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Telenovelas in Kolumbien: Wie zeigt man Leidenschaft in Corona-Zeiten?
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Südamerikanische Telenovelas, das sind Liebe, Hass, Emotionen. Geschichten, die normalerweise mit viel Leidenschaft erzählt werden - also so gar nicht zu Corona passen. Doch nach mehreren Monaten Produktionspause hat das Team der Seifenoper "Café con aroma de mujer" die Arbeit auf einer kolumbianischen Kaffeeplantage wieder aufgenommen. Die Menschen am Set werden regelmäßig getestet. Viele Beteiligten verlassen die Hacienda, auf der die Serie produziert wird, kaum. Doch eine absolute Sicherheit gibt es nicht, denn vor der Kamera fallen Maskenpflicht und Sicherheitsabstand.

Katherine Vélez ist eine der Schauspielerinnen in der Neuauflage der kolumbianischen Kult-Telenovela: "Bei einer Uarmung umarmt man sich und wenn der Virus sich dann einschleicht, dann ist er eben da, das ist unser Job. Wenn wir Astronauten wären, könnten wir mehr Abstand einhalten, aber wir sind Schauspieler, wir arbeiten mit Gefühlen, mit dem Körper, mit der Stimme."

Corona-Pandemie verändert auch Drehbücher

Die kolumbianischen Sender RCN und Caracol mussten im vergangenen Frühjahr laut nationalem Medienverband 38 Produktionen einstellen. Viele Mitglieder des Produktionsteams von "Café" wurden von der Nachricht überrascht. Sie leben seit Monaten mit erheblichen Gehaltseinbußen.

Yalile Giordanelli produziert die Serie: "Wir wollten gerade anfangen zu drehen im April, aber nur zehn Tage vorher mussten wir für uns für sechs Monate abschotten. Das hat den Beginn verzögert und auch die Art und Weise, wie wir arbeiten."

Drehbücher wurden verändert, große Familienfeiern und Partys zu kleinen Treffen umgeschrieben. Zudem bedeuten corona-konforme Dreharbeiten wegen der regelmäßigen Tests Mehrkosten und immer drohen Verzögerungen, sollte es am Set Infektionen geben und Menschen isoliert werden. Die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Pandemie sind in der Unterhaltungsbranche also besonders groß. Nationalen Statistiken zufolge hat sie in Kolumbien bereits Zehntausende Arbeitsplätze gekostet.