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Scharfe Kritik an Trump in Europa

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Zusammenstöße zwischen Polizei und Trump-Anhängern vor dem Capitol in Washington
Zusammenstöße zwischen Polizei und Trump-Anhängern vor dem Capitol in Washington   -   Copyright  BRENDAN SMIALOWSKI/AFP or licensors
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Schock, Wut, Bestürzung. Worte europäischer Spitzenpolitiker zur Beschreibung der Ereignisse in Washington. Die gewaltsame Stürmung des Capitols löste hierzulande Entsetzen aus. Angesehen wird es als ein Angriff auf die Demokratie.

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte: "Eine Grundregel der Demokratie ist, nach Wahlen gibt es Gewinner und Verlierer. Beide haben ihre Rolle mit Anstand und Verantwortungsbewusstsein zu spielen, damit die Demokratie selbst Sieger bleibt. Und ich bedauere sehr, dass Präsident Trump seine Niederlage seit November nicht eingestanden hat."

Während EU-Politiker mit ihrer Verurteilung eines Versuchs, den demokratischen Prozess in den USA umzustürzen, schnell bei der Hand waren, so gab es auch Warnungen, auch die demokratischen Fundamente in Europa könnten sich eines Tages als brüchig erweisen.

Worte und Taten seien nicht zwei verschiedene Dinge, meinte die finnische EU-Abgeordnete Miapetra Kumpula-Natri. Die Politiker seien meist fürs Reden zuständigen, die wahre Arbeit machten dann andere. Man sollte also auch hier in Europa vorsichtig mit Worten sein und damit, wie wir uns in Debatten in den Mitgliedsstaaten und im Europäischen Parlament verhielten. Rechtsstaatlichkeit und Demokratie seien Werte, die nicht sebstverständlich seien. Diese müssten stets durch jeden von uns gepflegt und respektiert werden.

Die Gewaltszenen ließen viele in Washington und Brüssel fassungslos. Nun geht es darum, Wunden zu heilen - in den USA eine monumentale Aufgabe für Joe Biden. Doch Biden sei dafür praktisch der perfekte Präsident, meint der politische Analyst Jon-Christopher Bua. Biden könne besänftigen, und er sei sehr weise. Als er im Fernsehen zur Nation sprach, habe er mich an Franklin Roosevelt erinnert, der den 7. Dezember des Angriffs auf Pearl Harbor als ewigen Tag der Niedertracht bezeichnete. Biden habe die Wahrhaftigkeit und die Präsenz, das Land wieder zusammen zu bringen.

In den nächsten zwei Wochen bis zur Amtseinführung Bidens wird Europa Amerika genau beobachten - als Beispiel und als Warnung.