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Stadterneuerung in Bilbao: Bereit für die Wirtschaft der Zukunft

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Stadterneuerung in Bilbao: Bereit für die Wirtschaft der Zukunft
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Die Ausbildung von Fachleuten und die Etablierung von Spitzentechnologie mithilfe lokaler Start-ups: Das sind Ziele des EU-Projekts AS Fabrik in Bilbao. Mit einer Allianz zwischen Universitäten und neuen Industriemodellen will sich die baskische Stadt für die Industrie 4.0 wappnen. Möglich wird die Etablierung dieser Hightech-Strategie, weil Bilbao wie viele andere Regionen Nordspaniens seit 2015 an dem von der EU ins Leben gerufene RIS3-Förderungsprogramm (nationale/regionale Innovationsstrategien für intelligente Spezialisierung) beteiligtist. Wissensintensive Unternehmens-Dienstleistungen für den Sprung in die Industrie der Zukunft, Thema dieser Smart-Regions-Folge.

Urban Revolution in Bilbao

In den Neunziger Jahren hat sich Bilbao städtebaulich gemausert. Jetzt unternimmt die baskische Wirtschaftsmetropole den nächsten Schritt: Wissensintensive Unternehmens-Dienstleistungen sollen gestärkt werden, um für die Industrie 4.0 gewappnet zu sein. Das passiert unter anderem in Beta 2, einem ehemaligen Industrie-Gebäude im Herzen der Stadt. Die neue Cyber-Fabrik ist der Sitz des EU-Projekts AS-Fabrik. Dort werden Start-ups miteinander vernetzt, Spezialisten ausgebildet und neue Industriemodelle gefördert.

Lokale Unternehmen wie Nexmachina haben bereits davon profitiert. Das Start-up ist spezialisiert auf Sensoren und Wireless-Technologie im Bereich Internet der Dinge. Im Frühjahr zieht die Firma in das Beta-2-Gebäude:

"Die Insel Zorrotzaurre, das sogenannte Manhattan von Bilbao, ist ein neues Umfeld für Unternehmen, um sich für die Industrie 4.0 zu rüsten", sagt der Gründer und Geschäftsführer von Nexmachina Fernando Press Frías. "Dort können wir mit Studenten der Universität von Mondragón zusammenarbeiten. Und wir können mit anderen Firmen aus unserem Bereich kooperieren, um gemeinsame Angebote für vernetzte Industrie-Technologie anzubieten."

Die Kohäsionspolitik der EU für eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft

Das EU-Projekt AS FABRIK hat ein Gesamtbudget von 5,8 Millionen Euro (5.807.642 Euro). 80 Prozent davon werden von der Kohäsionspolitik der Europäischen Union abgedeckt.

Eines der Hauptziele des EU-Projekts ist die Ausbildung von Fachleuten für wissensintensive Unternehmens-Dienstleistungen in den Bereichen Mechatronik, Datenanalyse, (künstliche Intelligenz). Theoretische und praktische Ausbildung gehen dabei Hand in Hand, um auf industrielle und gesellschaftliche Herausforderungen reagieren zu können.

"Wir stehen vor globalen komplexen Problemen wie Klimawandel und Migration", meint der Vize-Rektor der Universität von Mondragón. "Es gibt neue Wirtschaftsmächte, die Digitalisierung schreitet voran. Um dieser Komplexität gerecht zu werden, müssen wir das Know-how aus verschiedenen Wissensgebieten verknüpfen. Das Projekt AS Fabrik ist also eine Art Universitätslabor für die Zukunft."

Das Projekt ist Teil der Umgestaltung der künstlichen Insel Zorrotzaurre. Auf dem 835.000 Quadratmeter großen Gelände entstehen zwei Technologieparks.

Asier Abaunza Robles, Stadtrat für Stadtplanung in der Stadtverwaltung Bilbao, erklärt: "Im Rahmen des Zorrotzaurre-Projekts und der AS Fabrik-Initiative wollen wir neue Beschäftigungsmöglichkeiten in der Gegend schaffen. Wir wollen attraktiv für junge Leute werden, um den Bevölkerungstrend umzukehren, den es derzeit in so vielen europäischen Städten gibt – die Überalterung, die es nötig macht, junge Menschen anzuziehen."