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Innovativer Küstenschutz am Lido de Marseillan in Südfrankreich

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Von Aurora Velez  & Sabine Sans
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Innovativer Küstenschutz am Lido de Marseillan in Südfrankreich
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Der Étang de Thau ist die größte Lagune in der französischen Region Languedoc Roussillon. Um das 75 Quadratkilometer große Biotop zu erhalten, muss es vor Stürmen und Erosion geschützt werden. Dabei hilft ein EU-Projekt. – Mehr als 80 Prozent der mediterranen französischen Austernproduktion hängen von diesem fragilen Gleichgewicht ab. Thema dieser Smart-Regions-Folge.

Der Lido de Marseillan: Ein 12 Kilometer langer Küstenabschnitt in Südfrankreich, der Marseillan mit Sète verbindet. Dieser schmale Sandstreifen ist der natürliche Schutzschild des Thau-Sees. Das Strandbad und die Lagune bilden ein einzigartiges Biotop, das von Erosion und Stürmen bedroht ist. Dank Infrastrukturarbeiten, die vor 17 Jahren begannen und im vergangenen Jahr abgeschlossen wurden, ist es jetzt geschützter.

Yvon Iziquel, Leiter der Naturräume, Sète Agglopôle Méditerranée, erklärt: "Die Hauptidee des Projekts bestand darin, nicht mit Bauten gegen die Erosion und das Meer zu kämpfen, sondern zu versuchen, damit zu leben. Wir geben dem Meer wieder Raum: Dafür werden wir eine Straße verlegen, um einen 70 Meter breiten Strand mit seinen schützenden Dünen wiederherzustellen."

Künstliche Dünen gegen Naturphänomene

An dem künstlichen Dünenstrang versucht man, mit Dünenzäunen und Pflanzen den Sand zu halten. Das Projekt umfasst unter anderem auch einem Radweg, begrünte Parkplätze und eine neue Straße entlang der Eisenbahnstrecke.

Das Gesamtbudget des Projekts beträgt 55 Millionen Euro, 28 Prozent kommen von der EU-Kohäsionspolitik; die restlichen 72 Prozent trägt der französische Staat, die Region und das Departement.

Der Schutz des Lidos ist wichtig für den Weinbau und die Muschelzucht der Region. Aus der Lagune stammen 80 Prozent der französischen Mittelmeerproduktion von Austern und Muscheln. Würde der Lido völlig erodieren und salzhaltiges Meerwasser in die Lagune fließen, wären das Ökosystem und die Wirtschaft gefährdet.

"Wir sind 500 bis 550 Austernzüchter, also Unternehmen. Das sind zwischen 2000 und 5000 Arbeitsplätze. Wenn die Austernzucht morgen eingestellt wird, ist das nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine ökologische Katastrophe. Wir leben von unserem Beruf. Wir repräsentieren ein Anbaugebiet. Das können wir den Menschen das ganze Jahr über zeigen und Touristen anlocken", so der Austernzüchter Laurent Arcella.

Innovative Wege gegen Küstenerosion

Der Wellenabschwächer ist ein Kernelement des Projekts. Er liegt unter der letzten Wellenlinie, 350 Meter vom Lido entfernt, ein 2,4 Kilometer mit Sand gefüllter Geotextil-Schlauch. Er soll die Wellen brechen und abschwächen. François Commeinhes, Bürgermeister von Sète und Agglopôle-Präsident:

"Das Problem der Küstenerosion besteht nicht nur in Frankreich, sondern auch in Spanien, Israel, Senegal und Florida. Es kommen immer wieder Delegationen aus der ganzen Welt, die sich die Funktionsweise und Wirkung unserer Wellenabschwächer anschauen."

Niemand stoppt die Erosion, aber der Lido von Marseillan hat Zeit gewonnen.