Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Wie schmeckt der Wein? Der Klang verrät es

Weinregion des Okanagen Valley in Kanada
Weinregion des Okanagen Valley in Kanada   -   Copyright  Kym Ellis/Unsplash
Schriftgrösse Aa Aa

Zwei Tontechniker aus Alba im Nordwesten Italiens haben es sich zur Herausforderung gemacht, Musik aus Weinen zu erzeugen, darunter der klassische Barolo.

Durch Berühren oder Schwenken des Weins im Glas kann Filippo Cosentino dem Klang lauschen. Für ihn eine neue Art, den Wein zu "schmecken".

"Es ist eher eine auditive als eine olfaktorische Erfahrung in Zusammenhang mit dem Wein", sagt er.

Cosentino ist Musiker, Komponist und Sounddesigner, der sich auf Jazz und Weltmusik spezialisiert hat. Er schreibt auch Soundtracks für Film, Fernsehen und Radio. Zusammen mit seinem Kollegen, dem Tontechniker und Designer Federico Mollo, kreiert er individuelle Klänge für unterschiedliche Weine. Der vollmundige Klassiker Barolo zum Beispiel hat einen tiefen Bass-Sound bekommen.

Die Töne für jeden Wein werden zunächst auf einem Computer erstellt. Dann wird ein Metallstab in den Wein gehalten und je nachdem, wie der edle Tropfen bewegt wird, modulieren unterschiedliche Bewegungen die Töne auf dem Computer. Auf diese Weise wird ein individueller "Geschmack" des Weins erzeugt.

"Im physikalischen Teil der Verkostung geht es um den Durchfluss von elektrischem Strom. Mit einem Finger, indem man ihn in den Wein eintaucht, anstatt nur den Rand zu berühren, kann man also den elektrischen Fluss verändern. Dieser elektrische Fluss moduliert die Klänge, die wir für jeden Wein erfunden haben", erklärt Mollo.

Der Klang des Weins ändert sich also, je nachdem, wer das Glas hält und wie der Wein geschwenkt wird.

Auch Schaumweine haben die beiden mit einem eigenen Klang versehen. Dieser ändert sich, je nach Größe und Stärke der Bläschen darin.

"Wir haben die Blasen als eine kleine Improvisation interpretiert, denn man ist immer wieder überrascht von ihnen, wenn sie aus der Flasche kommen und im Glas auf und ab hüpfen. Also haben wir einen Sound kreiert, der es uns erlaubt, zu improvisieren", erklärt Cosentino.

Die Idee ist, die Weine auch aus der Ferne verkosten zu können - indem man die Geräusche über einen Computerbildschirm oder ein vorher aufgenommenes Video genießen kann.

"Was wir glauben, aus dieser Situation gelernt zu haben, in der wir alle auf einen Computer starren, um mit jemandem zu sprechen, ist, dass wir bestimmte Produkte umso besser wahrnehmen können, je mehr Erfahrungen und je mehr Sinne beteiligt sind", meint Cosentino.

Das Experiment steckt noch in den Kinderschuhen, aber die beiden planen, ihre Technologie Weinproduzenten anzubieten, damit sie zukünftig diese Form der Weinverkostung mit anderen Weinliebhabern teilen können.