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Übersterblichkeit in Europa: Das sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie 2020 in Zahlen

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Von Euronews
Mitarbeiterin eines Bestattungsunternehmens transportiert einen Verstorbenen in einem Pflegeheim in Barcelona, Spanien, 17.11.2020
Mitarbeiterin eines Bestattungsunternehmens transportiert einen Verstorbenen in einem Pflegeheim in Barcelona, Spanien, 17.11.2020   -   Copyright  Emilio Morenatti/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved.
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Zwischen März und November 2020 wurden in der Europäischen Union mehr als 450.000 überzählige Todesfälle registriert, verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 im gleichen Zeitraum. Das belegen die jüngsten Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat.

Das Konzept der Übersterblichkeit bezieht sich auf die Anzahl der zusätzlichen Todesfälle "im Vergleich zu einer sogenannten 'Basislinie', das heißt der durchschnittlichen Anzahl der Todesfälle in einem bestimmten Monat über die vier Jahre 2016-2019", so Eurostat.

Die Zahl der Todesfälle in den EU-Ländern begann im Frühjahr 2020 zu steigen, inmitten der ersten Welle der Corona-Pandemie.

Den Höhepunkt der Übersterblichkeit in den EU-Mitgliedsstaaten wurde im November 2020 erreicht, als eine zweite, wesentlich tödlichere Welle viele Länder traf.

Insgesamt lag die Übersterblichkeit in der EU im September 8 Prozent über dem Durchschnitt, im Oktober waren 17 Prozent und im November sogar 40 Prozent. In den Monaten von Mai und Juli war sie nach den Eindämmungsmaßnahmen der ersten Welle zurückgegangen.

Die Daten zeigen, dass die Sterblichkeit in einigen Regionen Europas deutlich über der durchschnittlichen Mortalitätsrate der vergangenen Jahre lag.

Obwohl die Daten die Todesursache nicht einzeln aufführen, ist die überhöhte Sterblichkeit größtenteils auf Corona-Pandemie zurückzuführen, die laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) bis Februar 2021 mehr als 495.000 Menschen in den EU- und EWR-Ländern getötet hat.

In den EU-Mitgliedsstaaten stieg die Zahl der Todesfälle seit März 2020 an, der Prozentsatz der zusätzlichen Todesfälle im Vergleich zu den Vorjahren lag bei 13 Prozent.

Im April, auf dem Höhepunkt der ersten Welle der Pandemie, stieg die Übersterblichkeit in den 27 EU-Mitgliedsstaaten auf durchschnittlich 25 Prozent des normalen Durchschnitts, wobei es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten gab.

Italien, das als erstes europäisches Land stark von der Corona-Pandemie betroffen war, meldete schon im März 2020 eine Mortalitätsrate, die 49,4 Prozent über dem Durchschnitt lag.

In Spanien lag die Übersterblichkeit im April 2020 bei 79,4 Prozent, in Griechenland hingegen lag sie im selben Monat bei gerade mal 1,3 Prozent.

Die zweite Welle der Pandemie unterschied sich in den verschiedenen Mitgliedstaaten stark von der ersten.

Polen war davon stark betroffen, mit einer Sterblichkeitsrate von 97 Prozent über dem Durchschnitt im November 2020, Bulgarien meldete einen Anstieg von 95 Prozent und Slowenien einen Anstieg von 91 Prozent im selben Monat.

Weitere Quellen • Eurostat