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Covid als Geschäftsidee: rollende Intensivstationen in Italien

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Covid als Geschäftsidee: rollende Intensivstationen in Italien
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Covid als Geschäftsidee: Mit rollenden Intensivstationen mitsamt geschultem Fachpersonal und garantiert Covid-freien Zügen will die italienische Staatsbahn zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Auf Klinik-Engpässe reagieren und den Reiseverkehr wiederbeleben.

Ab April will das Unternehmen in Partnerschaft mit dem italienischen Roten Kreuz mit Covid-freien Zügen Rom und Mailand verbinden, dazu kommen mehrere touristische Zielen im ganzen Land.

Gianfranco Battisti, geschäftsführender Vorstandschef (CEO) Italienische Staatseisenbahnen (Ferrovie dello Stato Italiane, FS):

„Bis zu 21 Patienten können in den rollenden Intensivstationen versorgt werden, mit all den nötigen Technik-Mitteln – nicht nur Covid-Patienten. Die Zivilschutzbehörde Italiens und das Rote Kreuz können sie auch zu vielen anderen Zwecken nutzen. Und das quer durch Europa – das ist der erste Zug dieser Art in Europa."

Und wie schon per Flugzeug (Alitalia) soll es in Italien bald auch möglich sein, Covid-frei mit der Bahn zu reisen – so können etwa US-Passagiere 14 Tage Quarantäne umgehen, wenn sie mit speziellen Flügen von New York oder Atlanta nach Rom reisen. Alle Mitarbeiter und Passagiere würden vor dem Einsteigen auf das Coronavirus getestet, „mit Hilfe des Roten Kreuzes“, so Battisti. Nach der Strecke zwischen Rom und Mailand, der verkehrsreichsten Italiens, „werden wir diese Lösung vor allem für touristische Ziele wie Venedig, Florenz und Neapel einsetzen - mit null Gesundheitsrisiko.“

MIT CORONA LEBEN UND ÜBERLEBEN

Mit Corona leben und überleben – das ist die neue Philosophie der Staatsbahn – und regionale Behörden ziehen mit. Bevor die Pandemie zuschlug, machte der Tourismus schließlich 14 Prozent der italienischen Wirtschaft aus, so Ministerpräsident Mario Draghi im Parlament. Das ist jeder siebte Euro.

Giorgia Orlandi, Euronews:

“Die Staatsbahn hat auch einen Teil ihres Parkplatzes beim Hauptbahnhof in Rom umgewidmet, dem quirligsten Bahnhof des Landes, um auf rund 800 Quadratmetern „Italiens erstes Bahn-Impfzentrum“ einzurichten. Hier kann das Rote Kreuz bis 2.000 Impfungen am Tag schaffen.“

Dieses Modell könnte auch in anderen Teilen des Landes die Impfkampagne beschleunigen, so das Rote Kreuz.

Ignazio Schintu, Notfall-Chef beim Italienischen Roten Kreuz:

„Was wir hier in Lazio gemacht haben, hat die Impfwirksamkeit verstärkt. Diese Einrichtung wurde in 7 Tagen erstellt, Dank an alle Freiwilligen. Der Standort genau in der Stadtmitte von Rom erleichtert Jungen und Älteren den Zugang.“

Für Italiens neue Regierung Draghi soll das ein Markenzeichen werden: Mit allen verfügbaren Ressourcen die Pandemie bekämpfen. Immer noch mehr Impfzentren im ganzen Land seien der Schlüssel, um schließlich jeden Italiener zu impfen, so hat es der italienische Gesundheitsminister zugesagt.

Giorgia Orlandi, su