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Intubationen: Zuspitzung auf italienischen Intensivstationen

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Intensivpflege in der Klinik Papa Giovanni XIII in Bergamo
Intensivpflege in der Klinik Papa Giovanni XIII in Bergamo   -   Copyright  Antonio Calanni/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Die Krankenhäuser in Italien sind aufgrund steigender Coronavirus-Infektionszahlen zunehmend überlastet.

In der Klinik San Filippo Neri in Rom waren am Freitag fast alle der 19 Betten, die für Covid-19-Patienten auf der Intensivstation zur Verfügung standen, von Menschen mit Lungenversagen belegt.

Das medizinische Personal hat nun ein besseres Verständnis für die Behandlung als vor einem Jahr, aber die Behandungsumstände haben sich anscheinend kaum geändert. Die Klinik San Filippo Neri ist das größte multifunktionale öffentliche Krankenhaus im Norden Roms.

Mario Bosco ist der Direktor des Funktionsbereichs Anästhesiologie des lokalen Gesundheitsinstituts in Rom 1: "Zur Zeit haben wir eine Bettenbelegung, die ziemlich signifikant ist, etwa 80 Prozent der Betten. In den vergangenen Tagen gab es einen allmählichen Anstieg der Krankenhauseinweisungen, entsprechend der Zunahme der Zahl der Infizierten im ganzen Land."

Physische und psychische Erschöpfung

Ärzte und Krankenschwestern in der San Filippo Neri Klinik sind erschöpft, physisch und psychisch.

Maria Pia Clasadonte ist die Chef-Krankenschwester der Klinik:_ "Nach einem Jahr hat sich absolut nichts verändert. Das einzige, was sich definitiv geändert hat, ist, dass wir viel müder sind, sehr müde, aber nicht nur körperlich, sondern vor allem emotional. Wir haben Patienten gesehen, die darum gebeten haben, ein letztes Telefonat zu führen, bevor sie intubiert werden. Ich kann Ihnen garantieren, dass das emotional sehr belastend ist. "_

Zusätzlich zur physischen und emotionalen Belastung dauert das An- und Ausziehen der Schutzkleidung sehr lange und muss unter Einhaltung eines präzisen Sicherheitsprotokolls erfolgen, was weiteren Stress bedeutet.

Zahl der Todesfälle bleibt auf hohem Niveau

Vor zwei Wochen überschritt Italien die düstere Schwelle von 100.000 Todesfällen, die zweithöchste Zahl in Europa nach Großbritannien.

Kürzlich wurden in Rom und der Region Lazio, wie in den meisten Teilen des Landes, restriktivere Maßnahmen ergriffen, um den Anstieg der neuen Virusfälle einzudämmen. Trotzdem bleibt die Zahl der Todesfälle in Italien unverändert hoch. Am Freitag wurden 104.241 Verstorbene gemeldet. Die Gesamtzahl der Infektionen in Italien liegt derzeit bei über drei Millionen.