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Aus Protest: Französische Kinos öffnen illegal

Von Euronews mit AFP
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"Le Cinematographe" in Nantes
"Le Cinematographe" in Nantes   -   Copyright  LOIC VENANCE/AFP or licensors
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Diese Geste hatte er schon fast vergessen: Jean-Jacques Ruttner, Betreiber des Kinos Le Luxy in Ivry-sur-Seine bei Paris macht die Rollläden auf. Unerlaubterweise aus Protest gegen die andauernde Zwangsschließung.

Zur großen Freude seiner StammkundInnen. "Das war wirklich zu schön zu sehen, wie sich die Türen wieder öffnen", sagt eine Frau am Eingang. "Das tut gut!"

Offiziell sind Kinos in Frankreich wegen der Pandemie weiterhin geschlossen. Doch der Unmut der Kulturbranche wächst. Ebenso die Verzweiflung.

Deswegen haben am vergangenen Wochenende rund 20 Kinos in Frankreich ganz bewusst die Regeln gebrochen oder besser gesagt, ein Schlupfloch im Dekret genutzt.

"Tatsächlich haben Kinobetreiber das Recht, Testvorführungen mit Publikum durchzuführen, die vom Verleih organisiert werden", erklärt Hélène Milano, Regisseurin und Mitbegründerin des Verbands zur Förderung unabhängiger Filme. "Insofern finden diese Vorführungen mit Zuschauern in totaler Übereinstimmung mit den Hygienevorschriften statt."

Konkret bekommt jeder Zuschauer einen Fragebogen vom Verleiher mit der Bitte um Auskünfte zur besseren Vermarktung. Damit hat die Filmvorführung einen professionellen Charakter.

Das Ganze natürlich mit Maske, Desinfektionsmittel, Sicherheitsabstand und bei maximal dreißigprozentiger Auslastung.

Auch der Schauspieler und Regisseur Mathieu Amalric saß im Saal. "Wir wissen, dass das Kino kein Ort der Ansteckung oder gar gefährlich ist, die Menschen sind extrem verantwortungsbewusst."

Ziel derartiger Aktionen ist, den Behörden zu beweisen, dass die Lichtspielhäuser wieder öffnen können. Die Branche sagt, sie sei bereit, strengste Sicherheitsprotokolle anzuwenden.