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Covid schlägt Airbnb - Pandemie mischt Wohnungsmärkte auf

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Von Elena Cavallone
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Covid schlägt Airbnb - Pandemie mischt Wohnungsmärkte auf
Copyright  Pixabay / Public Domain
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Wo der Staat versagt hat, hat das Virus gesiegt. Die Covid-Krise hat den Wohnungsvermittler Airbnb schwer getroffen. Reisebeschränkungen und Lockdowns haben die Touristenströme zum Erliegen gebracht. Dafür hat allerdings das Geschäft mit langfristigen Mieten profitiert. Ein Europa-weiter Trend, der sich besonders in Reiseländern bemerkbar macht.

Viele Eigentümer hätten sich aus dem kurzfristigen Vermietungsmarkt zurückgezogen und suchten nun langfristige Mieter, erklärt der Immobilienexperte Mario Breglia. Ein solches Phänomen habe es etwa in Italien seit Jahrzehnten nicht gegeben. azu seien die Eigentümer bereit, sich mit niedrigeren, aber stetigen Mieten zufrieden zu geben.

Im Laufe der letzten zwölf Monate gingen die Airbnb-Buchungen in Europas beliebtesten Städten um die Hälfte zurück. Doch dies ist nicht genug, um den Druck auf lokale Wohnungsmärkte zu verringern.

Mieterverbände fordern daher von den europäischen Regierungen, mit den Mitteln aus dem Coronavirus-Hilfsfonds den Beispielen Lissabons und Barcelonas zu folgen. Beide Metropolen hatten unter einem Airbnb-Massentourismus gelitten, der die Mieten für die Bewohner nahezu unerschwinglich machte. Die Stadtverwaltungen kauften daraufhin Gebäude mit Airbnb-Apartments und widmeten sie in Sozialwohnungen um.

Für den Neustart der Wirtschaft nach der Pandemie würden demnächst gewaltigen Summen in die EU-Staaten gesteckt, dies sei für viele die Gelegenheit, den gesamten Wohnungsmarkt umzukrempeln, sagt Barbara Steenbergen vom Europäischen Mieterverband. Europa stehe vor der Schaffung gemeinnütziger Wohnungsmärkte mit erschwinglichen Mieten.

Die Pandemie hat auch Europas Mittelklasse schwer getroffen. Doch das gegenwärtige Wettbewerbsrecht erlaubt öffentliche Investitionen in den Wohnungsmarkt nur beim Bau von Sozialwohnungen. Aus dem Europäischen Parlament kommen Forderungen, dies zu ändern.

Investitionen in den Wohnungssektor beeinflussten den privaten Markt sofort, denn die Preise gingen runter, sagt die französische Abgeornete Leïla Chaibi. Dies sei daher ein probates Mittel, um mehr erschwinglichen Wohnraum zu schaffen.

Die Pandemie hat den positiven Effekt gehabt, Bewegung auf die Wohnungsmärkte zu bringen - zum Vorteil der Wohnungssuchenden. Nun muss sich die Politik indes ebenso beweglich zeigen.

Journalist • Stefan Grobe