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Altersarmut in Deutschland: Warum es Rentnern in Polen besser geht

In Polen können Rentner laut Studie besser leben als in Deutschland - Archivbild
In Polen können Rentner laut Studie besser leben als in Deutschland - Archivbild Copyright  AP Photo
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Von Kirsten Ripper & Euronews
Zuerst veröffentlicht am
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In Polen gehen viele Menschen früh in Rente, und ihre Bezüge gehören nicht zu den höchsten in der EU. Warum geht es den Rentnern und Rentnerinnen in Polen trotzdem besser als denen in Deutschland?

Dass viele ältere Menschen in Deutschland Mühe haben, mit ihrer Rente über die Runden zu kommen und dass die Altersarmut in den vergangenen Jahren zugenommen hat, ist eines der Probleme, die der Bundesregierung auf den Nägeln brennt.

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Eine Studie des Beratungsunternehmens Datapulse zeigt auf, woran es liegt, dass Rentnerinnen und Rentner es in Spanien, in Rumänien, in der Tschechischen Republik, aber auch im deutschen Nachbarland Polen im Alter besser haben.

Gut leben mit 700 Euro Rente?

In Polen liegt die durchschnittliche Rente nur bei 700 Euro im Monat, während Rentner in Deutschland im Durchschnitt etwa doppelt so viel Geld beziehen. Das Problem in Deutschland sind die unterschiedlichen Lebenshaltungskosten.

In Polen braucht ein Rentner, der allein wohnt, laut Studie 8053 Euro im Jahr zum Leben, in Deutschland sind es 28.663 Euro. Die deutsche Durchschnittsrente reicht also nur für 66 Prozent der Kosten für Wohnen, Essen etc.

Der größte Teil des Geldes wird in Deutschland - nur bei Rentnern - fürs Wohnen ausgegeben. Denn nirgendwo sonst in der EU leben so viele Menschen zur Miete - auch in Polen haben deutlich mehr Leute eine eigene Wohnung oder ein eigenes Haus, was die Lebenshaltungskosten senkt.

Polen gehört nicht zu den EU-Ländern, die bei den Sozialleistungen, zu denen auch Renten gehören, vorne stehen. Finnland, Frankreich und Österreich sind laut Eurostat die großzügigsten EU-Mitglieder und geben jeweils rund 32 % ihres BIP für Sozialleistungen aus. Bulgarien (30,3 %), Rumänien (27,9 %) und Griechenland (26,9 %) meldeten in Europa die höchsten Anteile von Menschen, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind.

Finanziert wird die Rente in Polen über die staatliche Sozialversicherungsanstalt, aber auch über kapitalbasierte sogenannte offene Rentenfonds, die einen Teil der Rentenbeiträge des Staates gewinnbringend investieren sollen. 7,3 Prozent des Arbeitnehmerbeitrages von 19,52 Prozent fließen dabei durch die offenen Rentenfonds u.a. in den Wertpapierhandel.

Wie in Deutschland haben viele Beschäftigte in Polen zudem eine private Altersvorsorge.

Wann können die Menschen in Polen in Rente gehen?

In Deutschland gilt seit Jahren ein immer höheres Renteneintrittsalter für unvermeidbar.

Doch in Polen gehen die Menschen aktuell sehr früh in den Ruhestand. Frauen arbeiten im Durchschnitt mit 60 Jahren nicht mehr und Männer mit 65 Jahren.

Nach einer Untersuchung der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gehen viele Polen tatsächlich bereits mit 57 Jahren in die Rente. Deshalb müssen derzeit 14 Millionen Erwerbstätige in Polen für die Renten von 5,6 Millionen Menschen aufkommen. Langfristig aufrecht erhalten werden kann das aktuelle System demnach also nicht.

Weitere Quellen • Europluse, AP

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