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Griechenlands Außenminister in Berlin: Distanzierung vom Iran-Krieg

George Gerapetritis mit Johan Vandeful in Berlin
George Gerapetritis mit Johan Vandeful in Berlin Copyright  German Foreign Office
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Von Ioannis Karagiorgas mit ΑΠΕ-ΜΠΕ
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Der griechische Außenminister Giorgos Gerapetritis hat Johann Wadephul in Berlin getroffen. Im Mittelpunkt des Gesprächs standen der Iran-Krieg und die Situation in der Straße von Hormus.

"Die Position Griechenlands war von Anfang an klar: Griechenland hat nicht die Absicht, sich in den Krieg einzumischen", das sagte Außenminister Giorgos Gerapetritis bei seinem Besuch in Berlin und nach einem Treffen mit seinem deutschen Amtskollegen Johann Wadephul.

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Der griechische Außenminister betonte die Sorge um die Seeleute in der Golfregion. Gerapetritis rief zu einem Bündnis auf, das die Freiheit der Schifffahrt unabhängig von bewaffneten Konflikten garantieren solle.

"Unsere Priorität ist die Sicherheit unserer Seeleute, die sich derzeit im Golf aufhalten, und der griechischen Schiffe, die in der Region gestrandet sind. Wir fordern alle beteiligten Parteien auf, die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten und sich jeglicher Handlungen zu enthalten, die gegen das internationale Seerecht verstoßen", sagte Gerapetritis. Denn die Gewährleistung der Freiheit der Schifffahrt hänge nicht nur mit den Ölpreisen, sondern auch mit der Ernährungssicherheit sowie mit dem Wohlstand und dem Zusammenhalt auf globaler Ebene zusammen.

Um die Freiheit der Schifffahrt wiederherzustellen, sei es unerlässlich, zur Diplomatie zurückzukehren - "jede Bedrohung dieser Freiheit ist untragbar", betonte der Minister.

Griechenlands Außenminister verwies auf die "extrem hohe Sensibilität" der Straße von Hormus und sagte, dass "es keine Bedrohung für Schiffe geben darf, die diese Straße passieren". Es gelte sicherzustellen, dass die Freiheit der Schifffahrt nicht durch einen bewaffneten Konflikt beeinträchtigt wird. "Es ist nicht optimal, vereinzelte Vereinbarungen zu treffen, damit Schiffe in die Straße von Hormus einfahren oder sie verlassen können. Was wir wollen, ist eine solide, allgemeine und dauerhafte Lösung, die den Frieden sichert, und das kann nur im Rahmen eines breiteren Bündnisses und unter der Schirmherrschaft internationaler Organisationen, insbesondere der Vereinten Nationen, geschehen", betonte Gerapetritis und verwies auf die entsprechenden Initiativen der griechischen Regierung.

Wadphul: "Der Krieg muss bald enden"

"Freie Handelsrouten spielen für die Europäische Union eine Schlüsselrolle und insbesondere für Griechenland. Kein Land ist für den weltweiten Schiffsverkehr so bedeutend wie Griechenland. Kein Branche ist so wichtig für die griechische Wirtschaft wie die Schifffahrt. Für uns ist klar, die Straße von Hormus muss so schnell wie möglich wieder passierbar sein. Dieser Krieg muss bald ein Ende finden. Über den Persischen Golf werden nicht nur Öl und Gas exportiert, sondern auch Düngemittel, die weltweit benötigt werden. Stocken diese Transporte, hat das für die Welte verheerende Auswirkungen für die Ernährungssicherheit weltweit", sagte Johann Wandephul und wies eine mögliche deutsche Kriegsbeteiligung erneut zurück.

Der Konflikt um Zypern

Deutschland sei bereit, einen Beitrag zur Deeskalation der griechisch-türkischen Beziehungen zu leisten, zu denen auch das Zypern-Problem gehöre, sagte Deutschlands Außenminister. Wadephul nannte es "eine historische Chance, jetzt aufeinander zuzugehen, um Probleme und Konflikte zu lösen, die in den vergangenen Jahrzehnten nicht gelöst werden konnten".

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem griechischen Amtskollegen Giorgos Gerapetritis antwortete Wandeful auf eine Frage zur möglichen Kandidatur Zyperns für die NATO-Mitgliedschaft, dass die Europäer den Beitritt der Republik Zypern mit der Hoffnung verbunden haben, dass die Probleme wenige würden. Aber es sei genau das Gegenteil passiert, die Situation sei schwieriger geworden.

"Ich denke also, dass wir neue Anstrengungen unternehmen müssen, um eine neue Flexibilität zu erreichen und möglicherweise Türen zu öffnen, die wir in der Vergangenheit nicht öffnen konnten. Ich denke, dass die EU davon profitieren würde, wenn die Beziehungen insgesamt deeskaliert werden könnten", so der deutsche Außenminister.

"Von unserer Seite kann ich sagen, dass wir sicherlich jede Gelegenheit nutzen werden, um mit der Türkei über diese Themen zu sprechen - jeder weiß, wo wir stehen. Wir sind nicht neutral. Wir sind in der EU. Wir gehören zusammen - verbunden in einer Gemeinschaft. Das gilt für Zypern, für Griechenland und für Deutschland. Und deshalb sind wir sicherlich kein neutraler Teilnehmer an dieser Diskussion, aber wenn Deutschland zur Deeskalation beitragen kann, dann sind wir natürlich bereit, das zu tun", sagte Johann Wadephul in Berlin.

"Stärke kommt durch Erweiterung", erklärte Giorgos Gerapetritis und betonte, dass "Griechenland automatisch die Optionen Zyperns unterstützen" werde. Jede Erweiterung der NATO "schafft die Voraussetzungen für mehr Widerstandsfähigkeit und Solidarität".

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