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EXTERMINATE ALL THE BRUTES - Raoul Peck über Folgen von Kolonialismus

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"Exterminate All The Brutes" von Raoul Peck
"Exterminate All The Brutes" von Raoul Peck   -   Copyright  HBO
Von Frédéric Ponsard mit AP, AFP
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"Exterminate All the Brutes" ist die neue vierteilige Dokumentarfilmserie von Raoul Peck. Als Erzähler führt er selbst durch den Film und zeigt die Verbindungen zwischen dem Völkermord an den Ureinwohnern Nordamerikas, der Versklavung von Afrikanerinnen und Afrianern und dem Holocaust.

Der haitianische Filmemacher hat auch in Paris und Berlin gelebt.

Unsere falsche Sicht auf die Geschichte

Raoul Peck weist nach, wie falsch unser Bild der Geschichte ist. Er sagt: "Geschichte und Wissen wurden nur aus einer eurozentrischen Sicht erzählt. In dieser Perspektive fehlt die Erbsünde, die der Völkermord war, wie kann dann der Rest in irgendeiner Weise korrekt sein?"

Nach der Oscar-Nominierung von "I Am Not Your Negro" gab HBO Raoul Peck freie Hand für sein neues Projekt. Der ehemalige Kulturminister von Haiti verarbeitet in "Exterminate all the Brutes" auch seine eigene Geschichte - es geht um Rassismus und Kolonialismus.

Millionen Menschen wurden aus Afrika deportiert. Millionen starben auf dem Weg nach Amerika.
Raoul Peck
Filmemacher

Der Filmemacher verweist auf den grundfalschen "American Dream" und meint: "Die Verbrechen, die am Ursprung Amerikas begangen wurden, verschwinden nicht. Man kann keine Geschichte erzählen, die mit einem Verbrechen beginnt und dann sagen: 'Es ist ein Traum'. Seit Jahrhunderten wird ein Traum verkauft, und es gibt noch einen zweiten: den Sklavenhandel, Millionen Menschen wurden aus Afrika deportiert. Millionen starben auf dem Weg nach Amerika."

Der inzwischen 67-jährige Raoul Peck erklärt, wie die Folgen des Kolonialismus und der Völkermorde bis heute nachwirken.

"Exterminate all the Brutes" wird von HBO und SkyDocumentaries gezeigt.

Journalist • Kirsten Ripper