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Haiti 10 Jahre nach dem Erdbeben

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Haiti 10 Jahre nach dem Erdbeben
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12. Januar 2010: Knapp eine Minute lang bebt in Haiti die Erde. Sekunden, die das Land in unvorstellbares Leid stürzen. Rund 300.000 Menschen sterben, weitere 300.000 werden verwundet, 1,5 Millionen Menschen verlieren ihr Zuhause. Das ohnehin schon bitterarme Land liegt in Trümmern.

Korruption, Chaos, Hoffnungslosigkeit

10 Jahre später sind die Narben nicht verheilt, die Bevölkerung noch immer traumatisiert. Rund 15 Milliarden Euro Spenden aus dem Ausland wurden nach der Katastrophe zugesichert. Haiti sollte wiederaufgebaut werden – sicherer, krisenfester, gerechter als zuvor.

Doch viele der Spenden wurden nie abgeschickt, andere versickerten im Korruptionssumpf. Nachdem die schrecklichen Bilder aus den Medien verschwunden waren, kam bei den Menschen von der Hilfe immer weniger an, bedauert Richard Frechett am Telefon mit euronews. Der Priester und Arzt ist seit vielen Jahren in Haiti im Einsatz und hilft besonders notleidenden Kindern.

„Seit dem Erdbeben vor 10 Jahren hat es in Haiti viele andere Krisen gegeben: Cholera, drei Wirbelstürme und enorme politische Probleme in den letzten 18 Monaten. Was wir brauchen, sind mehr Kinderkrankenhäuser. Zurzeit gibt es nur eines", so Frechett.

Die Anforderungen an die Ärzte würden immer größer, weil immer weniger Hilfsorganisationen vor Ort seien. Die Bedürfnisse seien aber nach wie vor da und vielfältig: "Es gibt Kinder mit Krebs, Frauen mit Risikoschwangerschaften, Patienten, die an Traumata leiden.“

Politische Krise

Ein Korruptionsskandal hatten zuletzt heftige Proteste ausgelöst und das Land weitgehend lahmgelegt – auch viele Schulen. Die freiwilligen Helfer, die noch vor Ort sind, konzentrieren sich vor allem auf bessere Bildung und die Jugend. Denn wächst die weiter ohne jede Perspektive auf, wird Haiti dem Chaos wohl nie entkommen.