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EU sucht eine Strategie für die Arktis

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Ein Eisbär in der Artik.
Ein Eisbär in der Artik.   -   Copyright  HANDOUT/AFP
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Was immer in der Arktis passiert, bleibt nicht in der Arktis. So lassen sich die politischen Diskussionen rund um den Nordpol beschreiben. Die Europäische Union will sich daran nicht nur beteiligen, sondern hat auch eine Arktis-Politik formuliert, die auf drei Säulen basiert. Klimaschutz, nachhaltige Entwicklung und Kooperation.

Nun scheint eine weitere Dimension hinzuzukommen, nämlich Sicherheit, denn Russland hat kürzlich seine Militärpräsens in der Region erhöht.

EU und NATO sollten daher überlegen, wie sie ihre Zusammenarbeit verstärken könnten, meint David McAllister, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses. Es sei vor allem wichtig, die Arktis als Ort zu erhalten, wo die Großmächte zum Wohle der Menschheit und der Umwelt kooperierten.

Bodenschätze und neue Meeresrouten sind durch die Erderwärmung zugänglich geworden, was alle möglichen internationalen Begehrlichkeiten geweckt hat. China ist mit Millioneninvestitionen zur Stelle und hat mittlerweile die größte Botschaft in der isländischen Hauptstadt Reykjavik. Dies könnte zum Problem für die Europäische Union werden.

Wenn die EU eine Rolle für sich bestimmen wolle, dürfe sie nicht auf die Methoden Chinas zurückgreifen, das als aggressiver Akteur wahrgenommen werde, so Jon Rahbek-Clemmensen, Professor am Königlich-Dänischen Verteidigungskolleg. Chinas Eindringen in die Region habe die Lage nun komplizierter gemacht.

Bei einer öffentlichen Anhörung diese Woche im Europäischen Parlament wurde klar, dass die EU nur auf drei Länder mit direkter Arktis-Präsens bauen kann, nämlich Finnland, Schweden und Dänemark. Doch wenn die EU mit den USA, Russland und China wetteifern will, muss sie effektiver werden.

Bei politischen Themen wie dem Klimaschutz und der wirtschaftlichen Entwicklung könnte die EU eine konstruktive Rolle spielen, so Rahbek-Clemmensen. Doch würden die Europäer schnell auf Hindernisse stoßen, wollten sie darüber hinaus den USA oder Russland Konkurrenz machen.

Gesucht wird in Brüssel daher nun eine neue Strategie für die Arktis.

Journalist • Stefan Grobe