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Streit mit Moskau: Tschechien will dauerhaft weniger russische Diplomaten im Land

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Von euronews
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Ausweisung folgt auf Ausweisung: Tschechisches Botschaftspersonal verlässt Moskau
Ausweisung folgt auf Ausweisung: Tschechisches Botschaftspersonal verlässt Moskau   -   Copyright  Pavel Golovkin/ Associated Press
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Der diplomatische Streit zwischen Tschechien und Russland zieht weitere Kreise: Nach dem Moskau 20 tschechische DiplomatInnen aus Russland auswies, will Tschechien die Zahl der russischen DiplomatInnen im Land dauerhaft beschränken. Zuerst hatte Tschechien 18 russische DiplomatInnen des Landes verwiesen.

Die russische Reaktion darauf sei jedoch stärker als erwartet, so der tschechische Vize-Regierungschef Jan Hamacek. Denn Moskau habe mehr Diplomaten ausgewiesen als Prag. Die Tschechische Republik habe sich nichts vorzuwerfen, sie sei ein Opfer Russlands. Er sagte zudem, die tschechische Botschaft in Moskau sei nun de facto lahmgelegt und könne nur noch dringendste konsularische Aufgaben erledigen. Das russische Außenministerium hatte neben der Ausweisungen der DiplomatInnen auch angeordnet, dass keine russischen StaatsbürgerInnen mehr in der tschechischen Vertretung arbeiten dürfen.

Grund für den Streit ist ein vermeintlicher russischer Anschlag auf das tschechische Munitionslager Vrbetice 2014: Bei mehreren Explosionen kamen dort zwei Beschäftigte ums Leben. Die tschechische Regierung beschuldigt den russischen Geheimdienst. Moskau wies die Vorwürfe zurück. Die Ausweisung der russischen DiplomatInnen aus Tschechien sei eine "noch nie dagewesene Geschichte", so eine russische Außenamtssprecherin. Prag wolle sich damit bei den USA anbiedern. Diese hatten kürzlich wegen eines Hackerangriffs neue Sanktionen gegen Moskau verhängt und russische Diplomaten ausgewiesen.