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Krieg in Äthiopien: EU versucht zu vermitteln

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Krieg in Äthiopien: EU versucht zu  vermitteln
Copyright  EDUARDO SOTERAS/AFP
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Die EU versucht, in einem seit Monaten andauernden gewaltsamen Konflikt im Norden Äthiopiens zu vermitteln.

Seit November vergangenen Jahres geht die Regierung in Addis Abeba militärisch gegen die Rebellenorganisation "Volksbefreiungsfront von Tigray" vor. Dabei sind bereits tausende Menschen ums Leben gekommen, über zwei Millionen sind auf der Flucht.

Tigray, an der Grenze zu Eritrea gelegen, ist die Heimat der Tigrayer, die etwa 6% der Bevölkerung Äthiopiens ausmachen und seit über drei Jahrzehnten auf nationaler Ebene besonders einflussreich sind.

Der finnische Außenminister Pekka Haavisto ist der Sondergesandte der EU. Er berichtet gegenüber Euronews von einem Besuch im Krankenhaus von Mekele:

"Dort begegneten wir Frauen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Aus welchem Grund auch immer scheint in diesem Konflikt sexuelle Gewalt und Vergewaltigung besonders stark gegen die Zivbilbevölkerung eingesetzt zu werden. Der Konflikt hat sich so sehr ausgeweitet, er muss nun beendet werden, damit das Leiden aufhört und eine massive Flüchtlingskrise verhindert werden kann."

Mittlerweile sind auch Eritrea und der Sudan in die Kämpfe verwickelt, und es besteht die Gefahr, dass der Konflikt die gesamte Region in eine Krise stürzt - nur ein Jahr nachdem dem äthiopischen Regierungschef den Friedensnobelpreis verliehen wurde. Noch einmal Pekka Haavisto:

"Es sieht so aus, als ob die Rebellen nun immer mehr junge Menschen rekrutiert. Von einer Beruhigung der Lage kann also nicht die Rede sein. Zumal auch Eritrea trotz des Verprechens, seine Truppen aus Tigray abzuziehen, diese immer noch nicht getan hat. Die Zivilbevölkerung ist den Kämpfen ausgeliefert, und viele entlegene Gebiete in den Bergen Tigrays sind für internationale Hilfsorganisation nicht zugänglich."

Die EU hat bereits Sanktionen gegen Eritrea wegen der Beteiligung am Konflikt verhängt, und angekündigt, für die im Juni anstehenden Wahlen in Äthiopien Wahlbeobachter zu entsenden, wenn es die Lage erlaubt.

Aber die Vermittlungen in diesem Konflikt sind schwierig, so

Die EU versucht, in einem seit Monaten andauernden gewaltsamen Konflikt im Norden Äthiopiens zu vermitteln.

Seit November vergangenen Jahres geht die Regierung in Addis Abeba militärisch gegen die Rebellenorganisation "Volksbefreiungsfront von Tigray" vor. Dabei sind bereits tausende Menschen ums Leben gekommen, über zwei Millionen sind auf der Flucht.

Tigray, an der Grenze zu Eritrea gelegen, ist die Heimat der Tigrayer, die etwa 6% der Bevölkerung Äthiopiens ausmachen und seit über drei Jahrzehnten auf nationaler Ebene besonders einflussreich sind.

Der finnische Außenminister Pekka Haavisto ist der Sondergesandte der EU. Er berichtet von einem Besuch im Krankenhaus von Mekele.

SOT Pekka Haavisto

"Dort begegneten wir Frauen und Mädchen, die Opfer sexueller Gewalt geworden sind. Aus welchem Grund auch immer scheint in diesem Konflikt sexuelle Gewalt und Vergewaltigung besonders stark gegen die Zivbilbevölkerung eingesetzt zu werden. Der Konflikt hat sich so sehr ausgeweitet, er muss nun beendet werden, damit das Leiden aufhört und eine massive Flüchtlingskrise verhindert werden kann."

Mittlerweile sind auch Eritrea und der Sudan in die Kämpfe verwickelt, und es besteht die Gefahr, dass der Konflikt die gesamte Region in eine Krise stürzt - nur ein Jahr nachdem dem äthiopischen Regierungschef den Friedensnobelpreis verliehen wurde.

SOT 2 Pekka

"Es sieht so aus, als ob die Rebellen nun immer mehr junge Menschen rekrutiert. Von einer Beruhigung der Lage kann also nicht die Rede sein. Zumal auch Eritrea trotz des Verprechens, seine Truppen aus Tigray abzuziehen, diese immer noch nicht getan hat. Die Zivilbevölkerung ist den Kämpfen ausgeliefert, und viele entlegene Gebiete in den Bergen Tigrays sind für internationale Hilfsorganisation nicht zugänglich."

Die EU hat bereits Sanktionen gegen Eritrea wegen der Beteiligung am Konflikt verhängt, und angekündigt, für die im Juni anstehenden Wahlen in Äthiopien Wahlbeobachter zu entsenden, wenn es die Lage erlaubt.

Aber die Vermittlungen in diesem Konflikt sind schwierig, so Theodore Murphy, Direktor des Afrikaprogramms bei der Denkfabrik ECFR:

"Für Äthiopien ist es aufgrund der Geschichte des Landes, das ja nie kolonisiert wurde, nicht einfach, sich auf Hilfe von außen einzulassen, und eine Vermittlung hin zu einer politischen Lösung zu akzeptieren. Je mehr der Druck auf die Regirung wächst, umso mehr igelt diese sich ein. Es macht sich eine Bunkermentalität breit.

In der vergangenen Woche hat die EU-Kommission due Wiederaufnahme eines humanitären Hilfsprogramms in Höhe von knapp 54 Millionen Euro für Äthiopien angekündigt. Es war im Dezember ausgesetzt worden, weil die Hilfsleistungen die Flüchtlinge in und um Tigray nicht erreichen konnten.