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Berichte: EU-Kartellprüfung auch gegen Facebook

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Von su  mit dpa
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Berichte: EU-Kartellprüfung auch gegen Facebook
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Die EU-Kommission will nach Medienberichten („Financial Times“) formal prüfen, ob Facebook seine marktbeherrschende Stellung als soziales Netzwerk ausnutzt, um sich im Markt für Kleinanzeigen durchzusetzen.

Seit 2016 betreibt Facebook seinen „Marketplace“, auf dem Nutzer zum Beispiel Möbel und Fahrräder kaufen und verkaufen können – ohne Gebühren zu entrichten. Die Firma bewirbt den Dienst zwischen den Nutzerbeiträgen.

ZWEI MILLIARDEN NUTZER

EU-Vertreter haben bereits mindestens drei Fragebögen an Facebook und seine Konkurrenten geschickt, in denen sie wissen wollten, ob das soziale Netzwerk das Geschäft mit Kleinanzeigen verzerrt, indem es bei seinen 2 Milliarden Nutzern für seine Gratis-Marktplatzdienste wirbt.

Facebook war bislang das einzige US-amerikanische Big-Tech-Unternehmen, das einer förmlichen Kartelluntersuchung entgangen ist. Die EU hat bereits Ermittlungen gegen Microsoft, Amazon, Apple und Google eingeleitet.

Die Beziehungen zwischen Facebook und der Europäischen Kommission waren in den frühen Phasen der Beweiserhebung angespannt, so mehrere Personen, die direkt in den Prozess involviert waren. Facebook verklagte Brüssel sogar wegen Bedenken, dass die von den Beamten gestellten Fragen zu weit griffen und die Privatsphäre seiner Mitarbeiter beeinträchtigten.

"MARKETPLACE" AUCH IN GROSSBRITANNIEN IM VISIER

Facebook steht auch in Großbritannien vor einer separaten Kartellprüfung. Die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde prüft, ob das soziale Netzwerk angeblich die von ihm gesammelten Daten verwendet, um Konkurrenten in der Online-Werbung auszuhebeln.

Wie in Brüssel konzentrieren die britischen Regulierungsbehörden laut Beobachtern wahrscheinlich auf das Verhalten von Facebook auf dem „Marketplace“.

Die Untersuchung der EU zu den Praktiken von Facebook ist die jüngste einer Reihe von kartellrechtlichen Untersuchungen zu Big Tech. Noch vor wenigen Wochen bezichtigte Margrethe Vestager - für Wettbewerb und digitale Politik zuständige geschäftsführende Vizepräsidentin der EU - Apple offiziell, den Wettbewerb durch die Erhebung hoher Gebühren für konkurrierende Streaming-Dienste zu verzerren. Der Fall ist einer von mehreren Kartellfällen, die derzeit gegen Apple laufen.

"GAFAM"-GESETZ

Brüssel erhob auch förmliche Anklage gegen Amazon, weil es im vergangenen Sommer angeblich kleinere Rivalen auf seiner Plattform benachteiligt hat. Außerdem wird das potenzielle wettbewerbswidrige Verhalten von Coca-Cola untersucht.

Die EU-Gesetzgeber arbeiten an einem Gesetz, dass diese Betreiber von Onlineplattformen - die US-Riesen, genannt „Gafam“ (Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft), deutlich stärker regulieren soll.

su mit dpa