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Casino: Supermarkt-Kette will Tausende Stellen streichen

Die Convenience Shops von Casino, Monoprix und Franprix werden weiterhin betrieben.
Die Convenience Shops von Casino, Monoprix und Franprix werden weiterhin betrieben. Copyright Remy de la Mauviniere/AP
Copyright Remy de la Mauviniere/AP
Von Heilika Leinus
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Die französische Supermarktkette Casino will nach der jüngsten Übernahme durch den tschechischen Milliardär Daniel Kretinsky bis zu 3.200 Stellen streichen.

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Viele Supermärkte und Kaufhäuser in Europa haben derzeit mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nachdem in Deutschland der Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof insolvent gegangen ist und Galeries Lafayette angekündigt hat, seine Türen in Berlin bald schließen zu müssen, gab nun die französische Supermarktkette Casino bekannt, dass sie zwischen 1.300 und 3.200 Stellen abbauen will, um ihre finanzielle Lage zu verbessern.

Das Unternehmen kündigte an, es werde sich am 6. Mai mit Gewerkschaften und anderen Interessengruppen beraten, um Pläne zum Schutz der Mitarbeiter vorzustellen. Casino beschäftigt in Frankreich fast 30.000 Menschen.

Umsatz weiterhin negativ

Der Grund für den Stellenabbau ist die schwierige wirtschaftliche Lage des Unternehmens. Im Jahr 2023 verzeichnete die Casino Gruppe einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro.

Auch im ersten Quartal des Jahres 2024 ist der Umsatz der Supermarktkette negativ geblieben. Anfang dieses Jahres sank der Umsatz von Casino um 3,8 Prozent, im vierten Quartal des vergangenen Jahres gab es einen Rückgang von 4,6 Prozent.

Die wirtschaftliche Lage des Unternehmens hat sich leicht verbessert, weil seine Convenience Shops einen nahezu stabilen Nettoumsatz gemeldet haben. Deshalb will das Unternehmen sein Geschäft künftig auf die Convenience Shops konzentrieren, die eher kleinflächig und hochpreisig sind.

Darüber hinaus plant das Unternehmen bis 2028 eine Investition in Höhe von 1,2 Milliarden Euro zur Modernisierung seiner Filialen.

Viele Geschäfte bereits verkauft

Wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage hat das Unternehmen schon jetzt Schulden angehäuft. Deshalb musste es bereits die meisten seiner größeren Geschäfte an die Konkurrenten Intermarché, Auchan und Carrefour verkaufen. Casino hat bisher den Verkauf von insgesamt 323 Einzelhandelsgeschäfte gemeldet.

Die Convenience Shops des Unternehmens, Monoprix und Franprix werden weiterhin betrieben. Ende März 2024 belief sich die Nettoverschuldung von Casino auf 1,6 Milliarden Euro, verglichen mit 6,2 Milliarden Euro Ende Dezember 2023.

Anleger reagierten positiv

Die Aktien des Einzelhändlers sind seit Jahresbeginn um 96 Prozent gefallen. Erwartungsgemäß reagierten die Anleger positiv auf die Nachricht vom Stellenabbau, die Aktie stieg danach um rund fünf Prozent.

In einer separaten Erklärung teilte Casino mit, dass das Unternehmen auch eine Zusammenlegung von Aktien im Verhältnis 1:100 vornehmen wird. Das heißt, dass jeder Aktionär eine neue Aktie für hundert alte Aktien bekommt.

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