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Romantik pur - die Wiener Philharmoniker in der Mailänder Scala

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Romantik pur - die Wiener Philharmoniker in der Mailänder Scala
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Von Andrea Buring
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Für sie ist es wie ein zweites Zuhause - die Wiener Philharmoniker bewegen in der Mailänder Scala mit Werken der deutschen Romantik und "**Gänsehaut-Momenten"**. Am Dirigentenpult: Riccardo Muti, für den das Jahr 2021 ein ganz besonderes ist.

Drei Legenden an einem Abend: Die Wiener Philharmoniker spielen, dirigiert von Riccardo Muti, an der Mailänder Scala. Das Wienerischste Orchester, eigentlich beheimatet im Musikverein, hat eine lange Tradition an Mailands Tempel der Kultur.

Daniel Forschauer, erste Violine und Vorsitzender der Wiener Philharmoniker, beschreibt die enge Verbindung mit dem Haus: "Die Spielweise vom Musikverein bringen wir auch an die Scala und irgendwie wird dann die Scala zum Musikverein. Ich habe immer schöne Erfahrungen gemacht hier zu spielen. Ein tolles Haus, eine Stätte der Kultur. Das spürt man, wenn man hineingeht, nur in den Saal hineinschaut, da spürt man die Geschichte.”

2021 ist ein historisches Jahr für Riccardo Muti. Seit 50 Jahren dirigiert er die Wiener Philharmoniker und Ende Juli wird er 80 Jahre alt.

“Ich habe ihn eingeladen zu diesem Konzert nur aus einem Grund: Ich will ihn glücklich sehen in einem Haus, wo er einst sehr viel gearbeitet hat. Er hat Sternstunden in diesem Haus erlebt und produziert”, sagt der Intendant der Scala Dominique Meyer.

Zweite Brahms Sinfonie - „Ein Stück, das ein Teil unserer DNA ist”

Mendelssohn, Schumann, Brahms: Es ist ein deutsches Programm, das Muti zusammengestellt hat. “Ich habe eigentlich erwartet, dass er vielleicht eher in Richtung etwas mehr Italienisch gehen könnte, aber er wollte das so und das ist wunderbar, weil das Werke sind, mit denen auch wir eine besondere Geschichte haben – die zweite Brahms uraufgeführt", sagt der Kontrabassist und Manager der Wiener Philharmoniker Michael Bladerer.

"1877 am 30. Dezember", ergänzt Daniel Forschauer. „Ein Stück, das ein Teil unserer DNA ist.” Man spüre, dass Brahm in dieser Zeit unglaublich glücklich war, ergänzt Forschauer. "Es geht zu Herzen. Es ist eine der perfektesten Sinfonien.”

Das ist für mich so ziemlich das Romantischste, was es überhaupt gibt in der gesamten Musikgeschichte.
Michael Bladerer, Kontrabassist und Manager der Wiener Philharmoniker

Es gebe ein paar Stellen im Programm, die für Gänsehaut-Momente sorgen, verspricht Michael Bladerer. "In der Schumann Symphonie der Übergang von dritten in den vierten Satz. Das ist für mich so ziemlich das Romantischste, was es überhaupt gibt in der gesamten Musikgeschichte. Ich freue mich immer auf diesen Moment, weil es so unglaublich ist und das heute hier erleben zu dürfen, das ist schon ein Privileg.”

Als Zugabe spielten die Wiener Philharmoniker den Kaiserwalzer. Ein Stück, das den Musikern und ihrem Dirigenten nur allzu bekannt ist. Muti hat bereits sechs Mal das Neujahrskonzert mit den Walzern der Strauss-Dynastie dirigiert - so häufig, wie kaum ein zweiter Dirigent. Zwischen ihm und dem Orchester besteht eine tiefe Verbindung.

“In der Zeit, die man hat, muss man sein Glück erkennen. Ich spiele bei den Wiener Philharmonikern mit, ich kann mit Riccardo Muti in der Scala spielen. Das ist für mich die größte Auszeichnung für einen Musiker. Das ist ein Traum. Und wenn man das erkennen kann, dann ist man ein glücklicher Mensch”, so Daniel Forschauer.