Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Geringe Wahlbeteiligung schockt Frankreich: "Es wird immer schlimmer"

Von Euronews mit dpa
euronews_icons_loading
Geringe Wahlbeteiligung schockt Frankreich: "Es wird immer schlimmer"
Copyright  Daniel Cole/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
Schriftgrösse Aa Aa

Die Regionalwahlen in Frankreich sind von einer historisch schlechten Beteiligung überschattet worden.

Nach Berechnungen des Ipsos-Instituts blieben zwei Drittel (66,1 - 66,7 %) der Wahlberechtigten den Urnen fern.

Stärkste Kraft wurde laut Medienberichten das bürgerlich-konservative Lager mit gut 28 Prozent. Die kaum regional verankerte Partei La République en Marche von Präsident Emmanuel Macron kam abgeschlagen auf gut zehn Prozent.

Parteienübergreifend waren sich Politikerinnen und Politiker überwiegend einig, dass das Desinteresse an der Regionalwahl alle angehe, egal ob "links" oder "rechts".

Fast doppelt so viele Stimmen wie Macrons LREM konnte die Partei Rassemblement National mit rund 19 Prozent auf sich vereinigen. Parteienübergreifend waren sich Politikerinnen und Politiker überwiegend einig, dass das

Das rechtspopulistische Bündnis von Marine Le Pen verlor aber im Vergleich zu 2015 rund zehn Prozentpunkte. Le Pen nannte die Wahlbeteiligung ein staatsbürgerliches Desaster. Sie rief auf, den zweiten Wahlgang zu nutzen.

"Es wird immer schlimmer"

Ählicher Ansicht war Edgar Frebault. Er gab seine Stimme in Paris ab: "Dies folgt nur einem Trend, der schon seit sehr langer Zeit anhält. Die jungen Leute sind demobilisiert, die Alten sind demobilisiert, ein gewisser Teil der Mittelschicht ist demobilisiert. Das ist leider der Stand. Wir haben eine Situation erreicht, in der es immer schlimmer wird, wenn wir uns nicht ein wenig mobilisieren, und dann haben wir unser Schicksal nicht in der Hand."

Wählerin Christine Barbaux schlug in die gleiche Kerbe: "Ich finde, es ist eine große Schande, dass es in unserem Land so viel Enthaltung gibt. Ich finde es wirklich schade, denn wo bleiben da die Staatsbürgerschaft und die Republik?"

Parteien, die mehr als zehn Prozent Stimmenanteile erhalten haben, sind für die zweite Abstimmungsrunde am kommenden Sonntag qualifiziert. Bis dahin können sie neue Wahlbündnisse schmieden.

Beobachter werten die Wahl zwar als wichtigen aktuellen Stimmungstest, nicht aber im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr.