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Wegen COVID: Asylanträge auf Rekordtief in 2020

Von Andreas Rogal
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A group of migrants in the new refugee camp of Kara Tepe, on the island of Lesbos, in December 2020.
A group of migrants in the new refugee camp of Kara Tepe, on the island of Lesbos, in December 2020.   -   Copyright  ANTHI PAZIANOU/AFP or licensors
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Im ersten Jahr der COVID-Pandemie beantragten so wenige Flüchtlinge Asyl in Europa wie seit knapp einem Jahrezehnt nicht mehr.

Wie aus dem jetzt vorgelegten Jahresbericht der Europäischen Agentur für Asylunterstützung EASO hervorgeht, waren es mit insgesamt 485.00 ein Drittel weniger als 2019.

Allerdings, so die Agentur, lag das nicht daran, dass es weniger Schutzbedürftige gab, sondern an den der Pandemie geschuldeten Reisebeschränkungen.

Die fünf Länder mit den höchsten Flüchtlingszahlen blieben unverändert: Syiren, Afghanistan, Venezuela, Kolumbien und Irak.

Die fünf führenden Asylziele ebenfalls: Deutschland, Frankreich, Spanien, Griechenland und Italien. Deutschland bearbeitet nach wie vor ein Viertel aller Fälle.

Die Pandemie hatte aber auch Auswirkungen auf Asylsysteme der "EU-Plus", negative wie positive.

Dazu sagte Nina Gregori, Direktorin der EASO, gegenüber Euronews:

"Wir haben in vielen Mitgliedsändern beobachten können, wie schnell neue Herangehensweisen an die Registrierung entwickelt wurden, etwa an Asyl-Interviews, mithilfe von IT-Werkzeugen und aus der Ferne. Das hat uns alle wirklich überrascht."

Erstmals seit 2017 gab es mehr Asylentscheidungen in erster Instanz als neue Anträge. Damit konnte die Warteliste von fast einer Million Menschen um knapp ein Fünftel verkürzt werden.

42% aller Asylsuchenden wurde Schutz in der einen oder anderen Form gewährt, 58% wurden abgelehnt.

Der Bericht kritisiert die Situation in manchen Empfangslagern, erwähnt aber auch, dass viele die relative Ruhe zu Verbesserungen der Infrastruktur genutzt haben.

Gleichzeitig mit der Veröffentlichung des Berichts einigte sich die EU am Dienstag auf ein neues und stärkeres Mandat für ihre Asylagentur.

Journalist • Andreas Rogal