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Schock in den Niederlanden: Polizei-Reporter in den Kopf geschossen

Von Euronews mit dpa
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Kriminalreporter Peter R. de Vries
Kriminalreporter Peter R. de Vries   -   Copyright  Peter Dejong/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved
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Ein Mordanschlag auf den prominenten Kriminalreporter Peter R. de Vries hat die Niederlande schockiert.

Der Journalist war am Dienstagabend beim Verlassen eines TV-Studios in Amsterdam auf offener Straße niedergeschossen und lebensgefährlich verletzt worden. Er sei mit einem Kopfschuss ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Polizei mit.

Nach Angaben von holländischen Reportern wurde mehrere Male auf ihn geschossen. Zeugen erkannten das Opfer. Auf Fotos und Videos in den sozialen Medien ist zu sehen, dass de Vries schwer verletzt am Boden lag.

"Peter R. de Vries kämpft um sein Leben", sagte zutiefst bestürzt die Bürgermeisterin von Amsterdam, Femke Halsema. Ministerpräsident Mark Rutte sprach von einem "Anschlag auf den freien Journalismus".

De Vries ist Vertrauensperson eines Kronzeugen

Nach der Festnahme von drei Verdächtigen, darunter der vermutliche Schütze, hofft die Polizei auf eine schnelle Aufklärung der Tat. Der Journalist ist zur Zeit Vertrauensperson des Kronzeugen in einem großen Prozess gegen das organisierte Verbrechen. 2019 war bereits der Anwalt des Kronzeugen und auch dessen Bruder erschossen worden.

Aus Berlin reagierte das niederländische Königspaar. "Journalisten müssen ohne Bedrohung und frei ihre wichtige Arbeit tun können", schrieben König Willem-Alexander und seine Frau Máxima auf Facebook und Twitter. Das Königpaar beendet heute einen Staatsbesuch in Deutschland.

Der Anschlag hat das Land geschockt, TV-Sender berichteten in Sondersendungen über die Tat. Premierminister Mark Rutte und Justizminister Ferd Grapperhaus waren mit der Anti-Terrorismusbehörde zusammengekommen. Politiker mehrerer Parteien und die Journalistengewerkschaft reagierten entsetzt.

De Vries ist der führende Kriminalreporter den Niederlanden und tritt regelmäßig auch als Sprecher von Opfern oder Zeugen bei Prozessen auf. Regelmäßig ist er auch Gast bei TV-Talkshows.

International bekannt wurde der Reporter 1987 mit seinem Bestseller über die Entführung des Bierbrauers Freddy Heineken. 2008 gewannt er einen Emmy Award für seine Reportagen über den Fall von Natalee Holloway. Die Amerikanerin war 2005 auf Aruba verschwunden und vermutlich von einem Niederländer getötet worden.