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Feiern am Strand: Tiktok beschert französischem Badeort Hossegor Besucheransturm

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Von Euronews
Beamter der Gendarmerie am einsamen Strand in Hossegor, Südwestfrankreich, 31.01.2018
Beamter der Gendarmerie am einsamen Strand in Hossegor, Südwestfrankreich, 31.01.2018   -   Copyright  Bob Edme/Copyright 2018 The Associated Press. All rights reserved.
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Aus Hossegor kursieren Videos auf TikTok. Der kleine Badeort in der Region "Landes" im Südwesten Frankreichs, in dem das Surfen weit verbreitet ist und das auch manchmal "Klein-Kalifornien" genannt wird, ist in dem sozialen Video-Sharing-Netzwerk plötzlich populär.

Jeden Abend Partys

Hunderte von Nutzer:innen posten dort ihre Videos mit den Hashtags "Bis bald in Hossegor" oder "Diesen Sommer in Hossegor" und fordern immer mehr junge Menschen auf, zum Feiern in den Ferienort zu fahren. Videos mit dem Stichwort "Hossegor" haben 40 Millionen Aufrufe erreicht, wie Le Parisien berichtet.

Und offenbar scheint die Präsenz in dem Netzwerk genau das zu bewirken: so ist die Zahl der Reservierungen für Privatunterkünfte in den vergangenen Wochen quasi explodiert, wie Christophe Vignaud, Bürgermeister der Stadt gegenüber Le Parisien bestätigt: "Das ist natürlich schön, weil es bedeutet, dass die Stadt attraktiv ist."

Seit Beginn des Sommers bietet sich allabendlich die gleiche Kulisse. Hunderte von jungen Menschen treffen sich auf dem zentralen "Place des Landais", direkt am Strand. Sie feiern und tanzen, ohne jegliche Abstandsregeln und Masken, ausgelassen zu lauter Musik. "Wir lassen die Seele baumeln, wir sind unter Freunden, wir haben Spaß und vor allem versuchen wir, den Lockdown zu vergessen", kommentiert ein Jugendlicher gegenüber _France Info_. "Ich gebe zu, es ist nicht sehr "Covid-konform", meint eine andere Teilnehmerin.

300-400 Jugendliche auf engstem Raum

Denn Menschenansammlungen sind eigentlich verboten, auch im Freien. Den geltenden Corona-Bestimmungen zufolge dürfen nicht mehr als 20 Menschen im öffentlichen Raum zusammenkommen. Und dazu zählt auch der Strand.

Doch wie will die Stadt das Versammlungsverbot angesichts dieses Zustroms von Jugendlichen, die meist zwischen 15 und 18 Jahre alt sind, durchsetzen? Eine unmögliche Aufgabe, wie auch elf eigens entsandte Sicherheitskräfte bemerken.

"Wenn sie zu betrunken sind, hören sie uns nicht zu, ansonsten versuchen sie zu verstehen. Aber wir versuchen immer, ihnen mit Sympathie zu begegnen und ihnen die Regeln und Anweisungen verständlich zu machen", meint einer von ihnen gegenüber France Info.

Eingreifen tun die Beamten nur selten, nur manchmal, wenn die Musik zu laut ist.

Der Bürgermeister gibt zu, dass es schier unmöglich ist, auf sechs Kilometern Strand alles zu kontrollieren und rief die Jugendlichen zur Vorsicht auf. Zudem gab er sich optimistisch, dass die Corona-Krise bis zum Ende des Sommer unter Kontrolle sei, wenn die "Impfkampagne ihr Versprechen hält".

In den Landes ist die Inzidenzrate mit 217 Covid-19-Fällen pro 100.000 Einwohner weiterhin hoch.

Weitere Quellen • Le Parisien, France Info