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Afghanistan-Rückzug: Ex-Premier Tony Blair wäscht dem Westen den Kopf

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Von Tadhg Enright, su
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Afghanistan-Rückzug: Ex-Premier Tony Blair wäscht dem Westen den Kopf
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Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair (Amtszeit 1997-2007) – ein ausgewiesener Kenner des Nahen und Fernen Ostens – hat Europa aufgefordert, nach dem Abzug der westlichen Truppen aus Afghanistan über die globalen Herausforderungen neu nachzudenken. Blair hatte den amerikanischen Anti-Terror-Kampf und die Militäreinsätze nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 entschlossen unterstützt. Den Rückzug aus Afghanistan unter US-Präsident Joe Biden nannte er „idiotisch“ („imbecilic“).

Tony Blair, ehemaliger britischer Premierminister:

"Unsere Neugestaltung (von Afghanistan) ist nicht gescheitert, weil die Menschen nicht wollten, dass das Land neu aufgebaut wird. Natürlich hätten wir es besser machen können, aber die Afghanen haben sich nicht für die Übernahme durch die Taliban entschieden. Die letzte Meinungsumfrage im Jahr 2019 hat ergeben, dass die Taliban von 4 Prozent des afghanischen Volkes unterstützt werden. Sie haben das Land mit Gewalt erobert, nicht mit Überzeugung. Das Hindernis für Nation Building (das Entstehen von Nationen) ist normalerweise nicht das Volk, sondern sind schlecht aufgestellte Institutionen und Regierungsperformance, einschließlich Korruption, über viele Jahre".

In einem 2.700-Wort-Artikel für seinen Think-Tank „Tony Blair Institute for Global Change“ hatte Blair in der zweiten Augusthälfte die Frage gestellt: „Hat der Westen seinen strategischen Willen verloren?“ Die Welt sei verunsichert, weil die Rückzugsentscheidung nicht Ausdruck einer großen Strategie sei, sondern der politischen Taktik.

Tony Blair, ehemaliger britischer Premierminister:

"Für Europa und die NATO ist eine Herausforderung dazugekommen. Spätestens jetzt ist klar, dass Amerika beschlossen hat, dass es auf absehbare Zeit nur einen sehr begrenzten Appetit auf militärisches Engagement hat."

Tadhg Enright, Euronews:

„Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat den 20. Jahrestag der Invasionen in den Irak und in Afghanistan zum Anlass genommen, die westlichen Demokratien vor ähnlichen Angriffen radikaler Gruppen zu warnen, auch vor „Bioterrorismus“. Der Ex-Politiker, der der US-Linie bei den Invasionen des Irak und Afghanistans an vorderster Stelle folgte, forderte seine Nachfolger auch auf, nicht naiv zu meinen, dass militärische Stärke zur Verteidigung und zum Export demokratischer Werte eingesetzt würde, zu einer Zeit, in der Präsident Joe Biden zur Verteidigung des Rückzugs der USA aus Afghanistan sagte, beim "Nation Building" sei nun einen neue Seite aufgeschlagen."

Tadhg Enright, su