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Lebensgefährlicher Sport: Fußballerinnen aus Afghanistan

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Von Julika Herzog  & Luca Palamara
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Lebensgefährlicher Sport: Fußballerinnen aus Afghanistan
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Drei Mädchen, ihr Trainer und ein Fußball. Was für viele ganz normal scheint, ist in Afghanistan gefährlich. Die jungen Fußballerinnen aus Herat fürchteten um ihr Leben, nachdem die Taliban die Macht in ihrer Heimat ergriffen haben. Nach ihrer Flucht sind sie nun in Florenz - in Sicherheit.

„Gerade für uns Frauen und Mädchen im Sport und überhaupt vor allem für Frauen ist es eine sehr schlimme Situation, wir mussten wirklich unser Land verlassen", erzählt Sara.

„Die Mädchen haben uns gebeten, ihre Gesichter nicht zu zeigen, da sie Angst um ihre Familien in Afghanistan haben. Auch der genaue Ort ihrer Unterkunft muss geheim gehalten werden, wie von den italienischen Behörden gefordert", berichtet Euronews-Korrespondent Luca Palamara.

Die jungen Frauen haben seit Jahren einen Traum: Profifußballerinnen in ihrem eigenen Land zu werden. Sie waren nicht bereit, diesen Traum aufzugeben.

„Fußball macht mich stark. Ich möchte spielen und meine Fähigkeiten und mein Talent der ganzen Welt zeigen“, so Sara.

Dank des gemeinnützigen Vereins COSPE, der sich seit 2008 für die Rechte afghanischer Frauen einsetzt, konnten sie nach Italien fliehen.

Anna Meli von COSPE: „Wir haben wirklich um ihr Leben gefürchtet. Bei ihrer Ankunft in Florenz waren wir so erleichtert und glücklich. Obwohl wir es sehr bedauern, dass wir nicht alle Teammitglieder hierher bringen konnten. Wir haben sie nur wenige Tage nach ihrem Hilferuf wiedersehen und umarmen können. Diesen emontionalen Moment werden wir nie vergessen.“

Die Stadt Florenz hat fast 120 Afghanen aufgenommen - von den mehr als tausend Flüchtlingen, die in den letzten Wochen nach Italien geflohen sind.

Dario Nardella, der Bürgermeister von Florenz: „Freiheit und Demokratie dürfen nicht als selbstverständlich betrachten werden. Was in Afghanistan passiert, kann anderswo passieren. Es ist eine Sache für Frauenrechte in Italien und Europa zur kämpfen, aber in einem Land, in dem man dabei sein Leben riskiert, ist es völlig anders.“

Die Fußballerin Rosa sagt: „Meine Hoffnung und die der anderen Mädchen ist, hier zu bleiben, unser Fußballspiel zu verbessern und eine Ausbildung zu machen oder zu arbeiten. Ich hoffe, dass es eines Tages Frieden in Afghanistan gibt und wir in unser Land zurückkehren werden.“