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Afghanistan: Taliban ernennen Übergangsregierung

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Von Euronews
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Ein Taliban-Sprecher bei der Verkündung wichtiger Posten der Interimsregierung
Ein Taliban-Sprecher bei der Verkündung wichtiger Posten der Interimsregierung   -   Copyright  WAKIL KOHSAR / AFP
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Die Taliban haben eine Übergangsregierung für Afghanistan ernannt. Die Spitzenposten bekleiden Taliban, die am 20 Jahre langen Krieg gegen die US-geführte Militärkoalition und deren afghanische Verbündete beteiligt waren.

Die Taliban gaben dies auf einer Pressekonferenz in Kabul bekannt. Nach Angaben von Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid wird Gründungsmitglied Mullah Mohammed Hassan Achund sogenannter Vorsitzender der Minister.

Einer von zwei Stellvertretern wird der bisherige Taliban-Vizechef Mullah Abdul Ghani Baradar. Er hatte die Vereinbarung über das Ende des US-Militäreinsatzes für die militanten Islamisten unterzeichnet.

Zwei weitere ehemalige Vizechefs, Mullah Jakub und Siradschuddin Hakkani, werden die Posten des Verteidigungs - und Innenministers einnehmen. Viele westliche Medien hatten mit der Berufung des in der Öffentlichkeit oft präsenten Taliban-Vizechefs Mullah Abdul Ghani Baradar in das höchste Regierungsamt gerechnet.

Insgesamt besetzten die Taliban 33 Ämter. Verbleibende Führungspositionen werde man "nach langer Überlegung nach und nach bekanntgeben", sagte Taliban-Sprecher Mudschahid. Es gibt offenbar keine Personen in der Regierung, die nicht den Taliban angehören.

Konfliktsituationen in Kabul und Mazar-i-Sharif

Unmittelbar vor den Nominierungen haben die Taliban zum zweiten Mal binnen einer Woche eine Demonstration in Kabul unter Anwendung von Schusswaffen aufgelöst. Dabei wurden mehrere Journalisten in Gewahrsam genommen.

Unterdessen befinden sich vier Charter-Flugzeuge auf dem Flughafen von Mazar-i-Sharif weiterhin in Wartestellung.

Etwa 2.000 vor der Taliban-Herrschaft fliehende Menschen sollen mit ihnen evakuiert werden.

Ein für den internationalen Flughafen zuständiger Taliban-Vertreter sagte, dass jeder Fluggast gleich welcher Herkunft mit einem Reisepass und einem gültigen Visum ausreisen dürfe. Er sagte ferner, dass bisher 700 Menschen an Bord von drei Flügen ausreisen durften.

Eine afghanische Mitarbeiterin einer amerikanischen Organisation in Afghanistan behauptete jedoch, die Taliban hinderten sie und Hunderte andere Personen, Charterflüge zur Evakuierung aus Afghanistan zu besteigen.