Eilmeldung
Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Norwegen wechselt nach links: Wer ist Wahlsieger Jonas Gahr Støre?

Access to the comments Kommentare
Von Euronews
euronews_icons_loading
Wahlsieger Jonas Gahr Støre
Wahlsieger Jonas Gahr Støre   -   Copyright  Marit Hommedal/Marit Hommedal / NTB
Schriftgrösse Aa Aa

In Norwegen zeichnet sich ein Regierungswechsel ab. Laut Hochrechnungen liegen die Sozialdemokraten deutlich vor den regierenden Konservativen.

Die Partei um ihren Vorsitzenden Jonas Gahr Støre kam am Montagabend auf etwa 26 Prozent der Stimmen, die Konservativen der amtierenden Ministerpräsidentin Erna Solberg auf etwa 20 Prozent.

Inhaltlich ging es im Wahlkampf vor allem um die Klimapolitik und um das Geschäft mit dem Erdöl, von dem Norwegens Wirtschaft abhängt. In einer Koalition mit den Grünen müssten die Sozialdemokraten Zugeständnisse in der Umweltpolitik machen.

Wer ist der zukünftige Regierungschef?

Jonas Gahr Støre wurde von den Norwegerinnen und Norwegern einst etwas belächelt - ein reicher Intellektueller unter Arbeitern sei er, mit seiner universitären Ausbildung in Paris, den makellosen Französisch-Kenntnissen und den Millionen auf dem Konto, die großteils aus dem Verkauf einer Firma seines Großvaters stammten. Doch der 61 Jahre alte Sozialdemokrat ist heute vor allem eines: ein umsichtiger und erfahrener Politiker, der an Profil gewonnen hat.

Støre stammt aus dem reichen Westen Oslos. Norwegens erster weiblicher Ministerpräsidentin Gro Harlem Brundtland - einer Sozialdemokratin - diente er einst als Berater. Später hatte er auch führende Posten bei der Weltgesundheitsorganisation WHO und dem norwegischen Roten Kreuz inne. Unter Regierungschef Jens Stoltenberg wurde er 2005 Außenminister - ein Amt, das er sieben Jahre behielt, ehe er noch ein Jahr als Gesundheitsminister dranhängte.

Als Stoltenberg 2014 Nato-Generalsekretär wurde, übernahm Støre den Vorsitz bei der sozialdemokratischen Arbeiterpartei - das war nach der Parlamentswahl 2013 gleichbedeutend mit dem Posten des Oppositionschefs. Die Fußstapfen Stoltenbergs konnte er zunächst nicht füllen, der Partei kein richtiges Profil geben. Nach der Wahl 2017 musste er der Konservativen Solberg den Vortritt lassen.

Vier Jahre später steht Støre nun doch kurz davor, Ministerpräsident zu werden: Bei der Parlamentswahl in Norwegen zeichnet sich eine Mehrheit für ein Bündnis unter Führung der Sozialdemokraten ab. Und Støre wird nicht länger belächelt: Unter den Kandidaten für das oberste Regierungsamt galt er zuletzt als der populärste, nachdem zuvor lange Zeit Amtsinhaberin Solberg die Nase vorn hatte.