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Helfer in Kuznica: "Wir spielen Lukaschenkos Spiel"

Pressekonferenz der Grupa Granica am Freitag in Kuznica.
Pressekonferenz der Grupa Granica am Freitag in Kuznica. Copyright Matthias Schrader/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
Copyright Matthias Schrader/Copyright 2021 The Associated Press. All rights reserved.
Von Valérie Gauriat
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Die Organisationen, die an der Grenze zu Belarus vertreten sind, werfen Warschau vor, die Migranten als auch die polnische Bevölkerung vor Ort im Stich zu lassen. Valérie Gauriat war vor Ort und berichtet.

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Hunderte von Migranten haben am vergangenen Montag versucht, den polnischen Grenzübergang Kuznica zu stürmen, seither ist die Region an der Grenze zu Belarus schwer bewacht, durch Polens Polizei und Militär.

Vertreterinnen und Vertreter von Hilfsorganisationen sind vor Ort an der Grenze zu Belarus, dürfen aber offiziell nicht überall operieren. Am Freitag hielten sie eine gemeinsame Pressekonferenz in einem benachbarten Waldstück dieseits der Grenze. Die Botschaft: Derzeit spielt Polen, spielt die EU dem Machthaber in Minsk in die Hände. Kalina Czwarnog von der Stiftung Ocalenie:

"Im Moment spielen wir Lukaschenkos Spiel mit. Er geht davon aus, dass wir die Menschen zurückschicken. Wenn wir aber nun mit der humanitären Hilfe anfingen, wenn wir die Menschen durchließen und sie Asyl beantragen ließen, damit würde er nicht rechnen."

Internationaler Gerichtshof in Den Haag soll helfen

Zusammen mit der Helsinki Stiftung für Menschenrechte, einer der involvierten Gruppen, wollen sie den Internationalen Gerichtshof in Den Haag anrufen, wegen des Verdachts auf Verbrechen gegen die Menschlichkeit, begangen von der Regierung von Belarus. Außerdem rufen die Gruppierungen die EU auf, der Krise innerhalb ihrer Grenzen angemessen zu begegnen.

Am Freitag hatte Forstpersonal in einem anderen Gebiet an der Grenze die Leiche eines syrischen Staatsbürgers gefunden, ein junger Mann in seinen Zwanzigern.

Opposition kritisiert polnische Regierung

Denn unter der Haltung Warschaus habe auch die polnische Bevölkerung vor Ort zu leiden, sagt diese Abgeorndete aus den Reihen der Opposition, Magdalena Biejat:

"Abgesehen davon, dass wir mit den Pushbacks und mit der Tatsache, dass hier Menschen sterben, nicht einvertanden sein können, stellen wir uns auch vor jene Menschen, die hier leben. Sie werden zutiefst traumatisiert. Sie haben sich wunderbar verhalten, sie sind die stillen Helden, die den Ankommenden helfen. Aber sie werden damit allein gelassen von der Regierung in Warschau."

Die Lage aber scheint sich weiter zuzuspitzen. Denn in der Nacht zum Samstag meldete die polnische Armee einen weiteren Versuch, die Grenze zu stürmen.

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