Eine moderne Weihnachtsgeschichte: Familie in Warschau nimmt afghanischen Migranten auf

Eine moderne Weihnachtsgeschichte: Familie in Warschau nimmt afghanischen Migranten auf
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Von Andrea BüringMagdalena Chodownik
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Seit Monaten versuchen Migrant:innen, über Belarus in die Europäische Union nach Polen zu kommen. Dort lehnen viele Menschen die Ankunft der Fremden in ihrem Land ab. Aber es gibt Gegenbeispiele.

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Jedem Land seinen Weihnachtsbrauch - in Polen wird zusätzlich ein leerer Teller auf den Tisch gedeckt. Er ist für einen unerwarteten, einsamen und hungrigen Gast.

So will es die polnische Tradition. Doch dabei wollten es Martyna Czyżewska und ihr Ehemann nicht belassen. Sie haben einen Asylbewerber aus Afghanistan aufgenommen.

Ich will selbst aktiv werden und mich nicht mehr machtlos fühlen.
Martyna Czyżewska
Gastfamilie

Martyna Czyżewska erklärt, "mein Land heißt diese Menschen nicht willkommen. Dafür fühle ich mich indirekt mitverantwortlich. Ich will selbst aktiv werden und mich nicht mehr machtlos fühlen."

Flucht aus Afghanistan

Vor sechs Wochen überquerte Shamsul Rakhman die belarussisch-polnische Grenze. Seitdem lebt er bei Martynas Familie.

Shamsul Rakhman erinnert sich, "wegen der Lage in meinem Land, die seit Jahren anhält, bin ich gegangen. Ich habe eine Reise zu einem Fußballspiel nach Russland geplant. Vor dort sind wir über Belarus nach Polen gelangt."

Humanitäre Krise

Seit über einem halben Jahr überqueren Tausende Migrantinnen und Migranten die polnisch-belarussische Grenze. Sie werden zum Teil gewaltsam zurückgedrängt, leben im Wald und sind harschen Wetterbedingungen ausgesetzt. Ein Dutzend Menschen kamen bereits ums Leben. 

Shamsul hatte Glück. Eine Sozialarbeiterin nahm sich seines Schicksals an. 

Eines Tages hat mich Natalia angerufen. Ich sollte euch kennenlernen.
Shamsul Rakhman
Migrant

Ein folgenreiches erstes Treffen. Seitdem versucht Shamsul, Polen besser kennenzulernen. 

Bartek Czyżewski sagt, "wir haben ihm erklärt, wie Weihnachten gefeiert wird und welche Traditionen es gibt. Da sagte er, dass es wie das Eid-Fest der Muslime sei. Man esse viel und treffe sich mit der Familie."

Bei den Czyżewskis fand Shamsul ein neues Zuhause auf Zeit. Dort ist der bekannte zusätzliche Teller zu Weihnachten in diesem Jahr nicht leer.

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