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Gekenterte Boote vor Griechenland: Zahl der Ertrunkenen steigt auf 30

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Von Euronews  mit dpa
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Migranten am Hafen von Pozzallo
Migranten am Hafen von Pozzallo   -   Copyright  GIOVANNI ISOLINO/AFP

Nach tagelanger Irrfahrt endlich wieder fester Boden unter den Füßen: Rund 200 Migrantinnen und Migranten gehen im sizilianischen Pozzallo von Bord der „Sea Eye“. Die italienischen Behörden hatten zwei Rettungsschiffen die Einfahrt in sichere Häfen gewährt.

3 Bootsunglücke in 3 Tagen

Neben dem Schiff der deutschen NGO „Sea Watch“ wurde auch der “Ocean Viking” von “SOS Méditerranée” ein Hafen zugewiesen. Sie legte im sizilianischen Trapani an. An Bord: über 100 aus Seenot gerettete Menschen – darunter viele Kinder.

Rund 30 Kinder haben Weihnachten auf der "Ocean Viking" verbracht, nachdem sie Mitte Dezember aus Seenot gerettet wurde.

Für viele andere nahm die Flucht Richtung Europa ein trauriges Ende. Mindestens 30 Menschen kamen in den letzten Tagen bei mehreren Bootsunglücken im Mittelmeer ums Leben. Sie hatten versucht, in veralteten Booten nach Europa zu kommen. Mehrere mutmaßliche Schmuggler wurden festgenommen.

Polen: Katholische Kirche will Migranten aufnehmen

Auch an der polnisch-belarussischen Grenze geht die Tragödie um die Flüchtlinge weiter. Polen schottet sich ab, während viele Menschen noch immer in unmenschlichen Umständen ausharren.

Der höchste Würdenträger der politisch einflussreichen katholischen Kirche Polens hat sich nun für die Aufnahme der Menschen ausgesprochen. Die Kirche sei auch selbst bereit, notleidende Flüchtlinge aufzunehmen, so der des Primas Wojciech Polak. Aber die Aufnahme allein reiche nicht. Es brauche ein umfassenden Systems der Hilfe zur Integration. Dafür sei die Unterstützung des Staates notwendig.

Polak reagierte auch auf Umfragen, wonach katholische Gläubige in Polen weniger bereit seien, Flüchtlingen zu helfen, als Nichtgläubige: "Wenn diese Umfragen die tatsächlichen Überzeugungen der Gläubigen widerspiegeln, bedeutet das für mich eine noch dringendere Aufforderung, den Ruf des Evangeliums nach Hilfe für Notleidende zu bekräftigen." Einer Person in Not zu helfen, sei ein Grundsatz der christlichen Lehre.

Die polnischen Behörden beschuldigen den belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko, in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen. Hilfsorganisationen und auch das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte werfen sowohl Polen als auch Belarus Menschenrechtsverletzungen vor. Polen schicke Flüchtlinge über die Grenze zurück, ohne ihnen die Chance auf ein faires Asylverfahren zu geben. Belarus wiederum verweigere ihnen eine Rückkehr in die Hauptstadt Minsk und zwinge sie, an der Grenze zu bleiben.