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Nach Regen und Erdrutschen bei Rio: Mindestens 94 Tote

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Von Julika Herzog  mit dpa
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Nach Regen und Erdrutschen bei Rio: Mindestens 94 Tote
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Nach Überschwemmungen und Erdrutschen in Folge von heftigem Regen ist die Zahl der Toten in der Bergregion von Rio de Janeiro auf mindestens 94 gestiegen, acht Kinder sind unter den Opfern, so eine  Mitteilung der Regierung des Bundesstaates Rio de Janeiro. Das brasilianische Nachrichtenportal «G1» spricht bereits von mindestens 104 Todesopfern.

Die Zahl der Toten könne noch steigen, sagte der Bürgermeister der besonders betroffenen Stadt Petrópolis, Rubens Bomtempo.

Feuerwehr und Bewohner suchen unter Trümmern und Schlamm nach Vermissten, mehr als 180 Soldaten helfen den Rettungskräften. Die Zahl der Verschütteten war zunächst nicht bekannt.

Insgesamt 24 Personen wurden lebend gerettet. Mindestens 80 Häuser wurden von einer Schlammlawine erfasst, mehr als 180 Bewohner von Risikogebieten wurden dem Zivilschutz zufolge in Schulen untergebracht, 372 Personen wurden obdachlos.

Am Dienstag hatte es nach Angaben des Meteorologie-Senders Climatempo in sechs Stunden mehr geregnet, als für den gesamten Monat Februar erwartet war. «Es war der schlimmste Regen in Petrópolis seit 1932», sagte Gouverneur Cláudio Castro laut der Mitteilung. Hänge rutschten ab, Autos wurden von den Wassermassen mitgerissen, Straßen waren blockiert. «Es ist fast eine Kriegssituation», sagte Castro.

Bei den Bergungs- und Aufräumarbeiten waren Hunderte Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz.

«Unsere Aufgabe ist es nun, das Leben in der Stadt wieder in Gang zu bringen», sagte Gouverneur Castro. «Wir haben Teams und Maschinen mobilisiert und werden alles Nötige tun, um die Stadt wieder aufzubauen und den Schmerz der Familien der Opfer zu lindern.» Sowohl staatliche als auch private Spendenaktionen liefen an. Am meisten wurden Wasser und Hygieneartikel benötigt.

Im Januar, Februar und März kommt es in Rio und der Region immer wieder zu heftigen Regenfällen. Bei einer Unwetterkatastrophe im Bergland von Rio de Janeiro im Jahr 2011 waren mehr als 900 Menschen ums Leben gekommen. Sie galt als die schlimmste in der Geschichte Brasiliens.

Davon war unter anderem auch Petrópolis mit seinen rund 300 000 Einwohnern besonders betroffen. Die von deutschen Einwanderern geprägte Stadt, die einst der Sommersitz der brasilianischen Kaiserfamilie war, ist aufgrund ihrer Höhenlage und des kühlen Klimas in den tropisch-heißen Sommermonaten auf der Südhalbkugel auch bei Einwohnern Rios als Urlaubsort beliebt.