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Brutaler Angriff im Gefängnis: Korsischer Aktivist Colonna (61) im Koma

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Von Euronews  mit Le Monde
Dieses undatierte, vom französischen Innenministerium am 25. Mai 1999 veröffentlichte Foto zeigt Yvan Colonna, den Mörder des Präfekten Claude Erignac.
Dieses undatierte, vom französischen Innenministerium am 25. Mai 1999 veröffentlichte Foto zeigt Yvan Colonna, den Mörder des Präfekten Claude Erignac.   -   Copyright  via AFP

Im Gefängnis in Arles in Südfrankreich ist Yvan Colonna (61), einer der bekanntesten Insassen, von einem Mithäftling angegriffen worden und schwebt jetzt im Krankenhaus von Marseille zwischen Leben und Tod.

Colonna, ein korsischer Unabhängigkeitsaktivist, hatte den Präfekten Claude Erignac am 6. Februar 1998 in Ajaccio getötet und war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte immer wieder darum gebeten, in ein Gefängnis nach Korsika verlegt zu werden.

Hunderte Menschen demonstrierten in den Städten Korsikas. Sie beklagten, dass Colonna nicht nach Korsika verlegt worden war und fragten, wie ein solcher Angriff im Gefängnis von Arles möglich sein konnte.

Der Angreifer, ein Mithäftling, Franck Elong Abé (36), 2015 wegen Dschihadismus verurteilt, war wegen seiner Gewaltbereitschaft bekannt. Er war von Wärtern in den Sportraum des Gefängnisses gebracht worden, um diesen zu reinigen. Dort trainierte Colonna. Die Wärter ließen Abé offenbar allein mit Colonna. Abé warf sich auf Colonna und trat ihm auf den Hals und beließ den Fuß auf der Luftröhre des hilflos am Boden liegenden Colonna. Danach stülpte er ihm eine Plastiktüte über den Kopf. Der Angriff wurde auf Videokameras festgehalten. Als die Wärter die Tür öffnete, sagte Abé: "Colonna hat sich nicht wohl gefühlt."

Es gelang dem Gefängnispersonal, Colonna wiederzubeleben. Zunächst wurde er ins Krankenhaus in Arles gebracht, danach nach Marseille. Sein Zustand im Krankenhaus in Marseille wird mit stabil angegeben, er liegt im Koma.

Die Gefängnisleitung traf sich zu einer Krisensitzung. Im Moment ist unklar, was den Angriff provoziert haben könnte. Colonna wurde als "Mustergefangener" beschrieben, der meistens alleine war. Er sei ein "eher einsamer Gefangener" gewesen, teilte die Leitung der Haftanstalt mit.

Der Anwalt der Familie von Yvan Colonna, Patrice Spinosi, schrieb in einer Pressemitteilung, die Familie sei wütend und könne nicht verstehen, wie eine solch mörderische Aggression gegen Yvan Colonna in einem Gefängnis passieren können. Wo seien die Wachen gewesen? Warum sei ein als gewaltbereit bekannter Häftling allein mit Colonna im Sportraum gewesen? Die Familie verlange Antworten.