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Bisher "nur" Geldstrafe für mutigen TV-Protest in Russland

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Von Euronews  mit Twitter
"Kein Krieg" - Protest in Russland, jetzt auch zur besten Sendezeit
"Kein Krieg" - Protest in Russland, jetzt auch zur besten Sendezeit   -   Copyright  Dmitri Lovetsky/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved

Während der Hauptnachrichten im russischen Fernsehen auf "Kanal 1" hat eine Journalistin hinter der Moderatorin während der Live-Sendung gegen den Krieg protestiert. Marina Ovsyannikova rief "Nein zum Krieg", und sie hielt ein Plakat ins Bild, auf dem stand in Englisch und Russisch: "NO WAR. Stoppt den Krieg. Glaubt der Propaganda nicht. Ihr werdet belogen“.

An diesem Dienstag musste sie sich vor Gericht verantworten und wurde wegen "Organisation einer nicht genehmigten Veranstaltung" zu einer Geldstrafe in Höhe von etwa 250 Euro verurteilt. Direkt nach der Protestaktion war die Redakteurin festgenommen worden.

Auch der in Berlin lebende Pianist Igor Levit teilt die Protestaktion auf Twitter

- mit dem Kommentar: "Was Mut wirklich bedeutet."

Die Schriftsstellerin Kira Yarmish, die mit dem inhaftierten Kreml-Kritiker Alexei Nawalny zusammenarbeitet, hatte einen Videomitschnitt im Internet verbreitet.

Ihren Protest hatte Marina Ovsiannikova im Internet angekündigt - und den Krieg gegen die Ukraine als ein "Verbrechen" bezeichnet. Igor Levit teilt auch das vorab aufgezeichnete Video der Redakteurin, die nach dem Protest festgenommen wurde.

Ihr drohten 15 Jahre Haft, weil der Krieg in Russland nur als "Spezialoperation" bezeichnet werden darf und "Falschinformationen" über die Armee mit Gefängnisstrafen geahndet werden können. Tatsächlich wurde die Journalistin an diesem Dienstag mit einer Geldstrafe von umgerechnet 230 Euro belangt.

In dem Video sagt Owsyannikowa auch, dass sie bereue, bei dem Staatssender gearbeitet zu haben.

Und weiter: "Nur wir haben die Macht, diesen Wahnsinn zu beenden. Sie können nicht alle von uns festnehmen:" Und sie ruft Russinnen und Russen zu weiteren Protesten auf.

Igor Sushkov - ein ehemaliger Rennfahrer, der inzwischen auf Twitter die Lage in Moskau auf Englisch erklärt - schreibt am Montagabend: "Heute im "Ersten Kanal" (1TV), dem weltweit meistgesehenen russischen Propagandasender, während der Ausstrahlung der Nachrichtensendung "Time". Sie arbeitet dort (nicht mehr) als Redakteurin. Ihr droht eine 15-jährige Haftstrafe und wahrscheinlich auch Folter. Marina Ovsyannikova hat sich geopfert. Sie ist eine HELDIN."

Von Unterstützern des Kurses von Wladimir Putin wird die Nachrichtenmoderatorin Jekaterina Andreyeva gelobt, die während der Protestaktion einfach weiterlas - und sich auf dem in Russland gesperrten Instagaram laut Journalist Kevin Rothrock beim Yoga als "Stein" präsentierte.