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Russischer Rechtsextremist Schirinowski (75) an Covid-19 gestorben

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Von Euronews  mit AP
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Der russische Präsident Wladimir Putin und der damalige Vorsitzende der Liberaldemokratischen Partei, Wladimir Schirinowski, 2016 im Kreml.
Der russische Präsident Wladimir Putin und der damalige Vorsitzende der Liberaldemokratischen Partei, Wladimir Schirinowski, 2016 im Kreml.   -   Copyright  Alexei Nikolsky/Sputnik

Der russische Rechtsextremist Wladimir Schirinowski, der für seine provokanten Auftritte und antiwestlichen Tiraden bekannt war, ist nach langer schwerer Krankheit gestorben, wie der Parlamentspräsident in Moskau am Mittwoch mitteilte. Zuvor war schon mehrmals der Tod des nationalistischen Politikers angekündigt worden.

Der 75-jährige Schirinowski wurde Anfang des Jahres ins Krankenhaus eingeliefert, nachdem er sich mit Codiv-19 infiziert hatte, wie russische Medien berichteten.

Der Vorsitzende der Liberaldemokratischen Partei Russlands (LDPR) stand mehr als drei Jahrzehnte lang im Blickpunkt der Öffentlichkeit. Mit Äußerungen wie Drohungen, Atomwaffen gegen verschiedene Länder einzusetzen, Alaska von den USA zu übernehmen und Russlands Grenzen so weit auszudehnen, dass seine Soldaten "ihre Stiefel im warmen Wasser des Indischen Ozeans waschen könnten", sorgte er weltweit für Aufmerksamkeit.

Schirinowski unterstützte die Annexion der Krim

Schirinowskis Liberaldemokratische Partei Russlands (LDPR) - ein Name, der über ihre fremdenfeindlichen Ansichten hinwegtäuscht - wurde Teil der so genannten "systemischen Opposition" gegen Präsident Wladimir Putin.

Angeblich sorgte sie für politischen Wettbewerb, in der Praxis unterstützte sie ihn, wenn es darauf ankam, beispielsweise bei der Annexion der Krim durch die Ukraine 2014. Schirinowski erwies sich zudem als nützlich für den Kreml, indem er radikale Meinungen verbreitete, um die Reaktion der Öffentlichkeit zu testen.

Schirinowski verglich sich gerne mit Donald Trump und erklärte 2016, die Amerikaner sollten Trump zum Präsidenten wählen oder riskieren, von seiner Rivalin Hillary Clinton in einen neuen Weltkrieg mit "Hiroshimas und Nagasakis überall" hineingezogen zu werden.

Seine politische Karriere begann 1991, als er bei den von Boris Jelzin gewonnenen Präsidentschaftswahlen überraschend den dritten Platz belegte. Zwei Jahre später belegte seine LDPR bei den Parlamentswahlen den zweiten Platz.