Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Sinn Féin ist stärkste Kraft in Nordirland

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit AFP, AP, dpa
euronews_icons_loading
Sinn Féin-Vorsitzende Michelle O'Niall freut sich über das starke Abschneiden ihrer Partei bei den Parlamentswahlen
Sinn Féin-Vorsitzende Michelle O'Niall freut sich über das starke Abschneiden ihrer Partei bei den Parlamentswahlen   -   Copyright  Peter Morrison/Copyright 2022 The Associated Press. All rights reserved.

Die katholisch-republikanische Partei Sinn Fein ist erstmals als stärkste Kraft bei der Parlamentswahl in Nordirland hervorgegangen. Das stand nach Auszählung der meisten Stimmen am Samstagabend fest. Demnach errang die einst als politischer Arm der militanten Organisation IRA geltende Partei mindestens 27 der 90 Sitze in der Northern Ireland Assembly. 

Die Vorsitzende von Sinn Fein in Nordirland, Michelle O'Neill, sagte, dass die britische Provinz mit dem erwarteten historischen Sieg über die Unionisten in den Parlamentswahlen in eine "neue Ära" eintreten würde und versprach, die Gegensätze zu überwinden.

"Dies ist heute ein sehr wichtiger Moment des Wandels", sagte O'Neill und weiter, "ich werde eine Führungsrolle anbieten, die alle einbezieht, die Vielfalt feiert, die Rechte und Gleichheit für diejenigen garantiert, die in der Vergangenheit ausgeschlossen, diskriminiert oder ignoriert wurden", fügte sie hinzu.

Nach der Auszählung von mehr als zwei Dritteln der 90 Sitze in Stormont kommt Sinn Fein auf 21 Sitze, während die britisch-unionistische Partei DUP auf 19 Sitze kommt. 

Bei den Wahlen in Nordirland hatte sich immer deutlicher das starke Abschneiden der katholisch-republikanischen Partei Sinn Féin und ihrer Spitzenkandidatin Michelle O'Neill abgezeichnet. 

Sollte die Sinn Féin die meisten Sitze im nordirischen Parlament erhalten, hätte sie das Recht, den Regierungschef zu benennen - allerdings ist die Amtsübernahme von der Zustimmung der größten unionistischen Partei DUP abhängig.

Diese will nur zustimmen, wenn die Londoner Regierung das Nordirland-Protokoll zurücknimmt.

DUP-Parteichef Jeffrey Donaldson hatte erklärt:

"Die Parteispitze wird die nächsten Schritte in diesem Prozess besprechen, wie wir am effektivsten Druck ausüben können, um die Ziele zu erreichen, die wir brauchen, nämlich: ein stabiles Nordirland, eine stabile Wirtschaft und funktionierende politische Institutionen, vorausgesetzt, das Protokoll wird berücksichtigt."

Der Triumph von Sinn Féin, die lange Zeit als politischer Arm der militanten IRA galt, wäre ein symbolischer Wendepunkt in der Geschichte des vor über 100 Jahren gegründeten britischen Landesteils.

Im Wahlkampf hatte Sinn Féin sich vor allem auf soziale Themen wie die steigenden Lebenshaltungskosten und Gesundheit konzentriert. Die Einheit Irlands hatte im Wahlkampf eine eher untergeordnete Rolle gespielt.