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Ex-Söldner der russischen WAGNER-Truppe: "Es gibt keine Verhaltensregeln"

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Von su  mit AFP, FRFT
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Marat Gabidullin ist Russe und sagt, er habe selbst keine Kriegsverbrechen begangen. Selbstverständlich ist das nicht, denn er war Söldner bei PMC (Private Military Company) WAGNER, einem privaten russischen Sicherheits- und Militärunternehmen, dessen Einheiten verdeckt operieren und als besonders brutal gelten. 

Die Truppe war während der russischen Machtübernahme auf der Krim aktiv, in Syrien, im Sudan, in Maliund ist es aktuell auch in der Ukraine. Seine Memoiren hat er in Frankreich veröffentlicht ("Moi, Marat, ex-commandant de l'armée WAGNER", Verlag Michel Lafon, Neuilly-sur-Seine), sie kommen in Deutschland Ende Juni bei Econ, Düsseldorf, heraus ("WAGNER – Putins geheime Armee"). 

Das bisherige Scheitern der russischen Armee bei der geplanten Einnahme der ukrainischen Hauptstadt Kiewnannte Gabidullin unvermeidbar („Tagesspiegel“). „Sie waren total überrascht vom entschlossenen Widerstand der ukrainischen Armee und davon, einer richtigen Armee gegenüberzustehen.“

Kommandant „Großvater Martin“ – so sein Deckname – war nach eigener Aussage vier Jahre Söldner, wurde 2015 in den Donbass geschickt, dann nach Syrien. 2019 verließ er die Wagner-Gruppe. Er sagt, dass die Söldner ungestraft viel anrichten können.

Marat Gabidullin, Autor von Memoiren über russische Söldner:

„In anderen Divisionen wurde oft ein Auge zugedrückt, da war der Kommandant bei vielen Dingen nachsichtig. Zu Verhaltensregeln gab es keine Anweisungen, Schulungen oder Training.

Das Gehalt lag über dem Durchschnitt in Russland, und selbst wenn wir irgendwo im Ausland auf Mission waren, haben wir viel Geld bekommen ... "

– mehr als 3.000 Euro, sagte er im französischen Fernsehen.

In mehreren Interviews erklärte Gabidullin, dass er nach eigenen Angaben die von Politikern und Militärkommandanten verbreiteten Lügen aufdecken wolle. "Meduza", eine zweisprachige  Internetzeitung mit Sitz in RigaLettland, fand indirekte Bestätigungen, dass Gabidullin tatsächlich in russischen Söldnereinheiten diente. Auch die Nachrichtenagentur „Reuters“ hat nach Medienberichten („Tagesspiegel“) Gabidullins Zugehörigkeit zur WAGNER-Gruppe verifiziert.

HITLERS LIEBLINGSKOMPONIST GAB DEN NAMEN

Die "Gruppe WAGNER" geht auf den Neonazi Dmitri Utkin zurück, nach dessen Kampfnamen „Wagner“ sie benannt ist. Den Namen wählte er in Anspielung auf Richard Wagner, Adolf Hitlers Lieblingskomponisten.

Der private Charakter von Putins Schattenarmee WAGNER hat laut Experten den Vorteil, dass offizielle Aufträge abgestritten und jegliche Konventionen oder Völkerrecht ignoriert werden können und auch Verluste dieser Einheiten in der öffentlichen Meinung keine Rolle spielen. Obwohl WAGNER-Soldaten kein Teil der russischen Streitkräfte seien, würden verdiente Kräfte mit Orden dekoriert.

su mit AFP, FRFT